Vorwort zur NeuauflageAls die Hauptstadt des Kronlandes Bukowina 1908 den 500. Jahrestag ihrer Gründung feierte, beschrieb Hermann Mittelmann Czernowitz in der Wiener >Neuen Freien Presse< als Bollwerk der Kultur und des Fortschrittes. Damit gab er sich als exemplarischer Vertreter jenes assimilierten Czernowitzer jüdischen Bürgertums zu erkennen, das im Vertrauen in die >deutsche Kultur< und die >Österreichische Zivilisation< lebte.Zukunftsgläubig trug es wesendich zu jener rasanten Entwicklung bei, welche die Bukowina seit ihrer...
Vorwort zur NeuauflageAls die Hauptstadt des Kronlandes Bukowina 1908 den 500. Jahrestag ihrer Gründung feierte, beschrieb Hermann Mittelmann Czernowitz in der Wiener >Neuen Freien Presse< als Bollwerk der Kultur und des Fortschrittes. Damit gab er sich als exemplarischer Vertreter jenes assimilierten Czernowitzer jüdischen Bürgertums zu erkennen, das im Vertrauen in die >deutsche Kultur< und die >Österreichische Zivilisation< lebte.Zukunftsgläubig trug es wesendich zu jener rasanten Entwicklung bei, welche die Bukowina seit ihrer Angliederung an die Habsburgermonarchie im Jahre 1774 genommen hatte. In seinem kurzen Leben - Mittelmann starb 1916 im Alter von 46 Jahren in Wien, wohin er, wie viele seiner Landsleute, vor den russischen Invasoren geflüchtet war - brachte er es zur Mitgliedschaft in nicht weniger als vierzehn Vereinen und Kommissionen und entfaltete eine umfangreiche publizistische und journalistische Tätigkeit. So war er als Mitglied des Kuratoriums des Bukowiner Landesmuseums ebenso unermüdlich für das Gemeinwohl tätig, wie als Ausschussmitglied des Tierschutzvereines, als Sekretär des kaiserlich Ottomanischen Honorarkonsulats in Czernowitz, oder als Herausgeber so nützlicher Werke wie eines >Kataloges sämtlicher Brief-markenzeitungen<, eines Adressbuches für das Herzogtum Bukowina oder der >Bukowiner Kurorte-Zeitung<. Mittelmann verfasste auch belletristische Texte, darunter die 1906 gemeinsam mit Franz Porubsky herausgegebene Milieuschilderung Heiteres und Ernstes aus der Bukowina. Einen Höhepunkt seiner lokalpatriotischen Bemühungen stellte die Herausgabe des >Illustrierten Führers durch die Bu-kowina< im Jahre 1907 dar - ein schon damals längst überfälliges Werk, das in der Presse und bei Vertretern des öffentlichen Lebens auf begeisterten Widerhall stieß. Er sollte bis zum endgültigen Untergang der )Kulturlandschaft Bukowina< im zweiten Weltkrieg der beste Reiseführer seiner Art bleiben. Am 19. Juni 1907 schrieb die >Czernowitzer Allgemeine Zeitung:Der Landesverband für Fremdenverkehr in der Bukowina hat dem Herausgeber des !Illustrierten Führers<, Herrn Her-
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Cím: Illustrierter Führer durch die Bukowina [antikvár]
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