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V O R w O R T
ZAHI HAWASS
Das kulturelle Erbe Ägyptens beeindruckt seit alters die Welt. Die Monumente und Kunstwerke dieser Kultur verkörpern die unermess-lichen Schätze dieses Landes des Überflusses zur Zeit der ruhmreichen Jahre der Herrschaft der Pharaonen und erinnern die Menschheit stets aufs Neue an die Glorie des ägyptischen Volkes.
Die Vermächtnisse der altägyptischen Kultur werden im Ägyptischen Museum in Kairo aufbewahrt, einem der bedeutendsten Museen der Welt. Sie erzählen von der Geschichte eines intelligenten Volkes und seiner großartigen Leistungen. Tatsächlich kann ich die Ausstrahlungskraft der wunderbaren Werke und den Zauber des alten Ägyptens bereits im Garten des Museums, noch vor dem Betreten des Gebäudes, spüren. Das Museum ist angefüllt mit den Düften einer glorreichen Vergangenheit und in den Augen der Statuen sehe ich das Licht vergangener Zeiten aufleuchten. Bei einem Besuch des Museums wird man überall von beeindruckenden Kunstwerken in den Bann gezogen. Dies ist keine Neuheit: Bereits vor langer Zeit beschwerte sich ein Besucher bei Gaston Maspero, dem ersten Direktor des Ägyptischen Museums in Kairo, darüber, dass das Museum überfüllt mit Ausstellungsstücken sei. Maspero erwiderte, dass die alten Ägypter genau damit zufrieden gewesen wären: Ihre
Tempel waren angefüllt mit zahllosen Statuen, alle nur erdenklichen Räume eines Tempels waren mit Illustrationen und Hieroglypheninschriften bedeckt und auch die typisch ägyptische Wohnung zierten unzählige Möbel und diverse Gegenstände. Die Überfüllung des Museums entspricht daher vollständig den ästhetischen Vorstellungen der alten Ägypter Die modernen Ägypter, die jede Wand in ihren Häusern mit Bildern schmücken, führen diese Tradition fort.
Das Museum spielt eine wichtige Rolle bei der Entschlüsselung der Geheimnisse und der Bewahrung des Erbes des alten Ägyptens. Die Schriftgelehrten sind nicht mehr am Leben, ihre Totenkapellen sind von Sand begraben und ihre Namen in Vergessenheit geraten. Das Museum aber hält das Erbe des alten Ägyptens am Leben. Die hier aufbewahrten Schätze repräsentieren eine der ältesten Zivilisationen der Welt, deren Anfänge bereits 4000 Jahre v. ehr zu suchen sind. Ägypten besaß eine Schrift, eine Zentralregierung, große Städte und Monumente zu einer Zeit, als in anderen Regionen der Welt die Menschen noch in Stämmen lebten und auf die Jagd gingen. Die Historiker finden diese Vergangenheit heute ebenso faszinierend, wie dies der „Vater der Geschichtsschreibung", der Grieche Herodot, im S.Jahrhundert v. Chr tat.
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6 Statue des Chephren.