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Die Münchner Glyptothek ift im wahrften Sinne eine Schöpfung Ludwig's I. Die Sammlung felbft, das Gebäude, ja Ibgar der Name Glyptothek, mit dem man jetzt auch anderwärts Sammlungen plaftifcher Bildwerke bezeichnet, find durch ihn gefchaffen worden. Schon als Kronprinz hatte er zu fammeln begonnen und zuerft durch vereinzelte Käufe eine Anzahl von Bildwerken zufammengebracht. Dann glückte ihm 1812 die Erwerbung der äginetifchen Giebelfkulpturen, und die Veräußerung der durch Napoleon nach Paris gelangten, 1815 aber den ehemaligen Eigentümern wieder zur Verfügung geftellten Kunftwerke der Villa Albani bot eine zweite Gelegenheit, die Sammlung durch ausgezeichnete Stücke zu bereichern. Denn auf folche, nicht auf die Menge, legte der königliche Sammler Wert und gab feiner Glyptothek dadurch den befonderen vornehmen Charakter, der fie vor vielen ähnlichen Sammlungen auszeichnet. (Vgl. zur Gelchichte der Erwerbungen: L. Urlichs, Die Glyptothek S. M. des Königs Ludwig I. von Bayern, und desfelben Beiträge zur Gefchichte der Glyptothek). In diefem Sinne blieb der König ununterbrochen auf Erwerbungen bedacht, für welche ihm namentlich der Bildhauer M. Wagner als Vermittler und Sachverftändiger diente. In den erften Jahrzehnten nach Eröffnung der Glyptothek (1830) ift die Sammlung nur noch durch vereinzelte Erwerbungen vermehrt worden, unter denen der Apollo von Tenea (1854) befonders hervorgehoben werden mufs. Erft in jüngfter Zeit ift dann wieder ein regelmäßiges Wachstum des Beftandes eingetreten, indem nun auch die vom Staate erworbenen Skulpturen alter wie lebender Meifter hier ihre Auf-
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