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Karl Faulmann - Illustrirte Culturgeschichte [antikvár]

Illustrirte Culturgeschichte [antikvár]

Karl Faulmann

 
Vorrede. ie vorliegende Arbeil bcsit/.l Eigenarten, welclie einer vorläufigen Erörterung bedürfen. Der Fachmann wird im ersten Theile die üblichen Berichte über die Resultate der prähistorischen Forschungen vermissen, welche den Stolz der europäischen Gelehrten bilden. Ohne dieselben gering zu schätzen, kann doch darauf liingewiesen werden, dass diese Funde wenig anderes zu Tage gefördert haben, als aus der Geschichte des Alterthums bekannt und bei minder cultivirten Völkern noch vorhanden ist, aber die prähistorischen...
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Vorrede. ie vorliegende Arbeil bcsit/.l Eigenarten, welclie einer vorläufigen Erörterung bedürfen. Der Fachmann wird im ersten Theile die üblichen Berichte über die Resultate der prähistorischen Forschungen vermissen, welche den Stolz der europäischen Gelehrten bilden. Ohne dieselben gering zu schätzen, kann doch darauf liingewiesen werden, dass diese Funde wenig anderes zu Tage gefördert haben, als aus der Geschichte des Alterthums bekannt und bei minder cultivirten Völkern noch vorhanden ist, aber die prähistorischen Forschungen haben uns eine bessere Würdigung der Sitten und Gebräuche minder cultivirter Völker gegeben, und indem wir diese mit jenen verbinden, flössen wir den ausgegrabenen Schädeln, Waffen und Geräthschaften der Vorzeit das fehlende Leben ein und sind erst so in der Lage, uns ein richtiges Bild von der Gulturentwicklung zu verschaffen. In diesem Sinne hat der Verfasser es unternommen, die Resultate der vergleichenden Anthropologie, insbesondere gestützt auf Prof. Dr. Friedrich Müller's Ethnographie, für die Gulturgeschichte nutzbringend zu verwerthen. Eine zweite Bereicherung der Gulturgeschichte hat der Verfasser in den Sagen, Bildern und Symbolen der Vorzeit zu finden geglaubt. Er ging dabei von der Annahme aus, dass die Phantasie nur auf concreter Grundlage aufbaut. Goncrete Gegenstände können durch die Einbildungskraft verschönert, verzerrt und zu nebelhaften Schatten aufgelöst werden, aber stets steckt in der phantastischen Hülle ein concreter Kern. Von diesem Standpunkte aus wird man die Mythen weder blindgläubig als historische Wahrheiten verehren, noch sie als leere Phantasiegebilde verachten, sondern der denkende Forscher wird streben, auf dem Wege der Vergleichung den historischen Kern zu finden, der in ihnen verborgen ist. Die Gapitel, welche die Geschichte Aegyptens, Indiens, Babylons und Griechenlands behandeln, dürften beweisen, dass auf diesem Wege das Dunkel gelichtet werden kann, welches auf der ältesten Geschichte der Gulturvölker ruht. Treten hierbei Thatsachen hervor, welche vermuthen lassen, dass die Gultur, ob sie nun am Nil, am Hoan-ho, am Euphrat, Ganges oder Mississippi Einleitung. ^^^ulturgeschiclite ist die Gescliichte der Erfindungen des Menschen-1 geschleclites, die Untersuchung der Mittel, deren sich der Mensch im Kampfe um das Dasein bediente, und welche ihm ermöglichten, die furchtbaren Erdrevolutionen, in denen viel stärkere Thiere der Vorwelt den Untergang fanden, zu überdauern, sich über die ganze Erde auszubreiten, ebenso den Fieberdünsten der heissen Länder wie der dünnen Luft der Gebirge zu widerstehen und in den cultivirtesten Ländern sich in einer Kopfzahl zu vermehren, für welche nur die sorgsamste Ausbeutung aller Naturschätze und Naturkräfte die Lebensbedingung bietet. Was der Mensch ist, ist er durch sich selbst geworden, die Natur hat ihn nicht bevorzugt; nur gezwungen ward diese dem Menschen dienstbar, der die Wälder ausrodete, die Sümpfe austrocknete und in fruchtbares Ackerland verwandelte, aus unbedeutenden Gräsern wohlschmeckende Nahrung zu bereiten, Früchte zu veredeln, Thiere zu zähmen wusste und tief in den Erdboden eindrang, um ihm seine Schätze zu entreissen. Die Natur bot dem Menschen dürftige Schlupfwinkel, die Gultur machte ihn zum Herrn der Erde. Im Grunde genommen, ist die Gulturgeschichte eine Naturgeschichte. Die Anpassung an die sich ändernden Bedingungen des Lebens, welche bei den Thieren durch körperliche Veränderungen stattfand und dadurch die Verschiedenheiten der Arten erzeugte, äusserte sich zwar in solcher Weise bei dem Menschen nur einmal, als er von der Pflanzennahrung zur Fleischnahrung überging und aus dem Anthropoides der Mensch wurde, dessen körperliche Eigenschaften unter allen Zonen und unter den verschiedensten Gultur-verhältnissen nie die gemeinsame Abstammung verleugnen; aber die Verschiedenheit der Lebensweise, welche der Mensch mit Hilfe der von ihm Faulmaiin, CuHurgesclüclito. j

Termékadatok

Cím: Illustrirte Culturgeschichte [antikvár]
Szerző: Karl Faulmann
Kiadó: A. Hartleben's Verlag
Kötés: Félbőr
Méret: 180 mm x 240 mm
Karl Faulmann művei
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