Bővebb ismertető
Bei zahlreichen Aufträgen habe ich mit Tony Snowdon zusammengearbeitet. Manche waren eine reine Freude, andere recht anstrengend, aber alle sind mir unvergessen geblieben. Bei seiner Einstellung zur Arbeit verbindet sich der Ernst des Fachmanns mit der Begeisterung des Amateurs, und selbst wenn er sich für ein Objekt nicht sonderlich interessiert, geht er nie blasiert an die Arbeit heran. Seine nervöse Sorgfalt, Fehler zu vermeiden, hat sich mit der Erfahrung noch verstärkt - eine Entwicklung, die den echten Künstler vom selbstsicheren Nichtskönner unterscheidet. Jede neue Arbeit beginnt er mit unvermindertem Abenteuergeist, bei dem die Lust am Vergnügen von grundloser Furcht leicht gefärbt ist. Während der Sitzung kann man sich kaum vorstellen, dass das Ergebnis nur wieder ein Bild sein wird, das in dem kurzlebigen Medium, in der Zeitung, erscheinen mag oder auch nicht. Es ist, als assistiere man bei den Vorbereitungen für etwas viel Folgenschwereres, und bald wird man von seiner Aufregung und seinem Lampenfieber angesteckt. Ich glaube, dass die Person, die er photo-graphiert, oft ebenfalls von dieser Stimmung ergriffen wird. Das Modell kann eine Berühmtheit sein, die Publizität gewöhnt ist, oder eine Privatperson, die sich über den Ausgang der Sache nicht ganz klar ist, beide fühlen sich, wenn es überstanden ist, auf geheimnisvolle Weise freudig erregt oder sonderbar abgespannt, und irgendwie ist ihnen bewusst, dass sie an einem schöpferischen Akt teilgenommen haben. Diese Gefühle sind gerechtfertigt, wie Qualität und Reichweite der hier zusammengefassten Aufnahmen beweisen.
Tony Armstrong-Jones photographierte schon, als er noch zur Schule ging. Er erzählte: «Da man im Krieg kein Papier bekommen konnte, arbeitete ich bei einem Drogisten. In der Dunkelkammer entwickelte ich die Aufnahmen anderer Leute; dort gab es ein herrliches altes Vergrösserungs-gerät aus Mahagoni. Und ich brachte den Photo-Club meiner Schule wieder auf die Beine. Ich weiss noch gut, wie ich mich freute, als ich nach Kriegsende wieder zehn Bogen Photopapier kaufen konnte. Ich photographierte Abschlussklassen, machte eine Reportage von einer Überschwemmung und alle möglichen Experimente; zum Beispiel geisterhafte Trickphotos vor dem Altar in der Schulkapelle und Streichhölzer, die aus einer Schachtel hervorquollen. Die Streichhölzer hatte ich zusammengeklebt, weil es damals noch kein elektronisches Blitzlicht gab. Lauter Mätzchen und Kniffe -