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WOLFGANG BINAL
Sie lebten für die Elenden
Die beiden Männer gingen langsam durch die Gasse und waren in eine ziemlich erregte Unterhaltung gekommen. Laut sprachen sie über Preise, Zölle und alle die Dinge, die für einen rechnenden Kaufmann lebenswichtig sind. So bemerkten sie den jungen Mann, der ihnen entgegenkam, erst, als er unmittelbar vor ihnen stand.
»Wißt ihr es schon?« rief er, und ohne eine Antwort abzuwarten: »Franziskus ist wieder in der Stadt!« »Pietro Bernadones Sohn?«
»Ja, der. Seit gestern ist er hier in Assisi. Er hat verschiedene Gefährten mitgebracht, die ihm nacheifern wollen.«
»Weißt du noch«, sagte der ältere der beiden Geschäftsleute, ein Gastwirt aus Assisi, zu seinem Begleiter, »wie sie ihn am Anfang den >Narren< nannten? Sie hatten recht! Denn wie kann ein Mensch, der ein so gutgehendes Geschäft erben soll, etwas Derartiges tun, wenn er nicht verrückt ist?«
»Ja, es ist schon etwas Seltsames mit diesem Francesco . . .« »Verrückt ist Francesco nicht!« sagte der junge Mann eindringlich. »Er hatte eingesehen, daß an seinem Leben bisher irgend etwas falsch war, irgend etwas, das für uns vielleicht unfaßlich ist. Wir hätten wahrscheinlich auch nicht die Kraft aufgebracht, so endgültig mit unserem bisherigen Leben zu brechen, aber Franziskus konnte es. Er hat sich sogar von seinem Vater losgesagt.«