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Albeet SoboulIm Lichte von 1789. Theoretische Probleme der bürgerlichen Revolution*Die Revolution von 1789 bis 1794 bedeutet den Beginn der modernen, bürgerlichkapitalistischen Gesellschaft in der Geschichte Frankreichs. Ihr Wesenszug bestand darin, die nationale Einheit des Landes durch die Zerstörung des grundherrlichen Regimes (régime seigneurial) und der privilegierten feudalen Stände hergestellt zu haben und das mittels einer Revolution, deren ^eigentliches Ziel" es nach Toqueville war, überall die Reste der mittelalterlichen Institutionen abzuschaffen"^. Daß die Französische Revolution am Ende zur Etablierung eine liberalen Demokratie geführt hat, macht ihre historische Bedeutung noch deutlicher. In doppelter Hinsicht also, wie unter dem Gesichtspunkt vergleichender Geschichtsbetrachtung, darf sie als klassisches Modell bürgerlicher Revolution gelten.Das Studium der Französischen Revolution stellt uns vor zweierlei Probleme: Erstens, Problemie allgemeiner Natur, solche, die die historische Gesetzmäßigkeit des Übergangs vom Feudalismus zum neuzeitlichen Kapitalismus betreffen. Entsprechend der von Marx im dritten Band des Kapital fixierten Problematik vollzieht sich dieser Ubergang auf zweierlei Art: entweder über die vollständige Zerstörung des alten ökonomischen und gesellschaftlichen Systems das wäre der wirklich revolutionierende Weg"^, oder die Erhaltung eines breiten Teils der alten Produktionsweise innerhalb der neuen Gesellschaft dies ist der Weg des Kompromisses".Zweitens, Probleme besonderer Natur: sie betreffen die spezifische Struktur der französischen Gesellschaft am Ende des Ancien Régime und reflektieren die charakteristischen Merkmale der Französischen Revolution gegenüber den verschiedenen Typen bürgerlicher Revolutionen.^ * tJbersetzung : Monika López. Redaktion : Manfred Kossok' A. Tocqueville, L'Ancien Régime et la Révolution, 1. Buch, 2. Kap. (Ausgabe 1952, miteiner Einführung von G. Lefebvre), S. 99. 2 K. Marx, Das Kapital, Bd 3, in: "Werke, Bd 25, Berlin 1964, S. 347. Zum Problem des Ubergangs vom Feudalismus zum Kapitalismus vgl. The Transition from Feudalism to Capitalism. A Symposium. Hrsg. von P. M. Sweezy/M. DobbjH. K. Takahashi/R. Hilton C. Hill, London 1954. - R. Hilton, Y eut-il une erige générale de la féodalité?, Annales, E. S. C., Paris 1951, Nr 1. - G. Procacci/G. Lefebvre/A. Soboul, Une discussion historique: du féodalisme au capitalisme, in : La Pensée, Paris 1956, Nr 65. ' Es handelt sich um die Probleme, die G. Lefebvre in : La Révolution française dans l'histoire du monde, in: Annales, 1948, untersucht und in den Etudes sur la Révolution française, 1954, 19632, S. 431, wieder aufnimmt.