Bővebb ismertető
Im Schnittpunkt der Welten
Der Blick in die Vergangenheit verändert die Gegenwart; umgekehrt wird das sich im Bildhaften konzentrierende und erlebbare Vergangene durch Dimensionen des Erkennens bereichert, die aus anderen Erfahrungen und Entwicklungen resultieren. Auf diese Weise entsteht ein historisches Bezugsfeld, das immer wieder neu erkannte geistige Verflochtenheiten erzeugt, denn eine gleichbleibend statische Geschichtsbetrachtung gibt es ebensowenig wie eine Form des Betrachtens und Erklärens künstlerischer Zeugnisse, die es nicht ermöglichte, stets neue Blickwinkel zu eröffnen.
Der ideale Ausgangspunkt für ein Wahrnehmen und Verstehen dessen, was uns aus der Tiefe unseres eigenen geistigen Werdens und Wesens erreicht, ist ein lebendiger, direkter Umgang mit der Kunst der unmittelbaren Gegenwart. Von ihm aus führt eine Beobachtung und Analyse des Uberheferten zur Erkenntnis eines Kontinuums quer durch alle immer wieder auftretenden Gegensätze und Brüche, von deren Auswirkungen gerade die Kunst Zeugnis ablegt. Die verwirrende Vielfalt dessen, was dem Zeitgenossen an einander häufig widersprechenden Äußerungen begegnet, wurzelt meist in alten Ansätzen und gelegentlich revolutionär-anarchischen Denkweisen, durch die sich künstlerisches Handeln schon immer in einen Gegensatz zum Gewohnten und Etablierten zu bringen wußte. Häufig handelte es sich aber auch um den Gegensatz grundsätzU-cher Lebensanschauungen. Vereinfacht lassen sich für sie zwei einander diametral gegenüberstehende Positionen bestimmen, die bereits den Gegensatz zwischen den Vorstellungen des Abts Suger von St-Denis und jenen des Bernhard von Clairvaux kennzeichnen. Der eine sucht den schmückenden Glanz, der andere die geistige Nüchternheit. Obwohl im Dienst der Verherrlichung der Kirche stehend, tritt im einen Fall das Prinzip der Dekoration, im anderen das der Askese hervor. In unserem Jahrhundert äußern sich ähnHche Polarisationen im Nebeneinander expressiver und konstruktiver, materialbetonter und entmaterialisierender, schlichte Zeichen für eine geistige Vorstellung entwickelnder Ausdrucksformen. Der Gegensatz eines Adolf Loos zu seinen im üppigen Ornament schwelgenden
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