Bővebb ismertető
Vorwort der Herausgeber
Fritz Paepcke vollendet am 6. Juni 1986 sein siebzigstes Lebensjahr. Zu seinem 60. Geburtstag hatte ein Itreis von Freunden versucht, ihn mit einer Festschrift zu ehren (Imago Linguae. Beiträge zu Sprache, Deutung und Übersetzen. Hrsg. v. Karl-Heinz Bender, Klaus Berger, Mario Wandruszka, München 1977,664 S.), um damit das weite Spektrum seiner Wirkung und die Vielfalt interdisziplinärer Relationen aufzuzeigen, in deren Brennpimkt seine Arbeit steht Diesem Unternehmen folgt nun zehn Jahre danach eine Herausgabe der wichtigsten Aufsätze von Fritz Paepcke selbst. Eine solche Ausgabe ist überfälhg, da diese I^iblikationen an verschiedenen Orten innerhalb imd außerhalb der Bimdesrepubhk Deutschland verteilt imd oftmals nur schwer zugänglich sind. Uns erschienen sie wie ein Schatz, der geraubt und in vieler Herren Länder verstreut vrarde tuid den man nur wieder einsammeln und zusammenfügen muß, um eine Vorstellung vom Ganzen zu erhalten. Dieses Ganze, das beim Einsammeln entsteht, ist dann nichts anderes als ein Spiegelbild von Fritz Paepcke selbst, ein spéculum magistri. Denn so ist es: Romanisten und Übersetzer haben wohl eine klare Vorstellung von dem, was FTitz Paepcke ist und was er sagen will — doch sein Werk ist nirgends recht greilbar. Es gibt ja Gelehrte, die nicht durch ein systematisches Hauptwerk zugänglich sind, sondern nur durch eine Vielzahl von Aspekten tmd Mosaiksteinen, da sie ein System verabscheuen. Die Abneigimg gegen das Systemhafte ist in dieser von den personalen Impulsen der Jugendbewegimg geprägten Generation tief venrorzelt; sie erklärt sich aus der Unlust, ein klassizistisches Monumentalgebäude zu errichten. Fritz Paepcke gehört in hohem Maße zu Gelehrten dieser Art. Die Vielzahl der Spiu-en weist auf eine Mitte, die sich nur dem Mitwandemden Schritt um Schritt erscWießt Doch der 70. Geburtstag ist ein Augenblick des Innehaltens, des Innewerdens, der recapitulatio des Weges und seiner vielen Stationen. Im römischen Sinne soll dieser Geburtstag anhand des vorgelegten Aufsatzbandes daher eine statio sein, bevor Fritz Paepcke wiederum — zimi Erstaimen oder Erschrecken seiner Weggefahrten — auf einem Weg voller überraschender Kehren zeigen wird, was es heißt, "dem lebendigen Geist" zu dienen.
Das Schlüsselwort zu den vorgelegten Aufsätzen ist Hermeneutik. Was Fritz Paepcke danmter versteht, ist mehr als nur eine sprachwissenschaftliche varia-tio der Ansätze von Hans-Georg Gadamer in Verbindiuig mit ästhetischer Theorie und Praxis. Materialiter reicht der Bogen von liturgiewissenschaftlichen Feststellungen über André Gide, Le retour de l'errant prodigue, bis hin zur Untersuchung rechtssprachlicher Texte oder zur Übertragung ungarischer Gegenwartslyrik. Der "harte Kern", das Wasserzeichen dieser hermeneutischen Bemühungen sind eine ganze Reihe klassischer Positionen abendländischer Geistesgeschichte. Dazu, so meinen wir, gehören:
1. Ästhetik im alten griechischen Sinne des Wortes von "sensibler Wahmeh-
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