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FRANZÖSISCHER IMPRESSIONISMUS - das ist ein Begrifi, der eine beglückende Vorstellung von Licht, Farbe und Bewegung heraufbeschwört. Seit hundert Jahren immer wieder umstritten und oft mißdeutet, sind die Meisterwerke der impressionistischen Kunst heute als kostbare Geschenke einer tapfer vorwärtsschreitenden Malergeneration in die Schatzkammer der Weltkunst eingegangen. Millionenfach sind ihre Reproduktionen über die ganze Erde verbreitet.
Der Impressionismus entstand im Zweiten Französischen Kaiserreich (1852-1870). Begünstigt von der Politik Napoleons III., vollzog sich in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts der rasche Übergang von der industriellen Revolution zur vollen Reife des Kapitalismus. Die französische Bourgeoisie stand auf dem Höhepunkt wirtschaftlicher Macht und schmückte sich mit einer prunkvollen Kunst. Aber obwohl die Produktion von Gemälden und Skulpturen an Umfang ständig zunahm, wurde immer deutlicher, daß die kapitalistische Produktionsweise dem künstlerischen Schaffen abträglich ist. Der Charakter der Kunstwerke wurde dadurch bestimmt, daß man sie als Waren herstellte und handelte. Das kaufende Publikum und sein Staat hatten obendrein den mehr oder weniger offen eingestandenen Wunsch, die wahren Verhältnisse durch eine falsche «Schönheit» zu verhüllen. Das prägte das Gesicht der öffentlich geschätzten Malerei, die im Zeichen einer theatralisch verfälschten Romantik und eines blutleer gewordenen, lebensfremden Spätklassizismus stand.
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