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Und wie sind die Flitterwochen ausgefallen?" fragte mein Freund Grimsdyke, als spräche er von einem aktuellen sportlichen Ereignis.Ich zuckte zusammen.Laß das dreckige Grinsen", sagte ich. Selbst nach so langer Zeit bin ich noch einigermaßen empfindlich für derlei abgedroschene Scherze."Sorry, Alter", entschuldigte er sich. Aber du mußt zugeben: Flitterwochen sind eine leicht lächerliche Angelegenheit. Zumindest kam's mir so vor, als ich dich und Nicky lebenslänglichen Wonnen in einem gemieteten Daimler entgegenfahren sah, an dessen Heck ein paar alte Konservendosen schepperten."Ich gebe dir gewiß darin recht, daß sie ein stark überschätzter Zeitvertreib sind."Das möcht' ich meinen. Es muß aber noch schlimmer sein, dem Hoteldirektor einreden zu wollen, daß man seit Jahren verheiratet ist, wenn man's wirklich ist. Aber Scherz und Wonnen beiseite war's nett?"Ich zögerte. Nein", antwortete ich dann. Es stellten sich uns Hindernisse in den Weg, die sich nicht einmal ein Havelock EUis hätte träumen lassen."Nicky und ich hatten entgegen allem Herkommen -mitten im Winter geheiratet und uns ein Hotel in Cornwall mit blauen Fensterläden und als Wichtelmännchen getarnten Teehauben erkoren, das außer uns nur andere Fütterwöchner und Rekonvaleszenten nach schweren Krankheiten beherbergte. Kaum waren wir angekommen, begann mein Weib heftig zu zittern. Ich schob das auf ihre Erregung, bis ich entdeckte, daß sie neununddreißig Grad Fieber hatte. Ichschickte sie also ins Bett und pflegte die Grippekranke eine Woche lang. Dann steckte ich mich an ihr an, und sie mußte mich die darauffolgende Woche pflegen.Das waren keine Flitterwochen, sondern ein Virologen-kongreß", lachte Grimsdyke. Dennoch zeigt dies wieder einmal, wie klug es ist, eine ärztliche Kollegin zu heiraten. Sie kann dich nicht nur in gesunden und in kranken Tagen hegen und pflegen, sondern dich auch kostenfrei behandeln und deine Arbeit übernehmen, während du dich einem gemütlichen Rekonvaleszentendasein hingibst. Und das Vergnügen wird natürlich noch erhöht, wenn man sich eine so bildhübsche Ärztin wie Nicky aufgabelt. Noch ein Bier?"Wir saßen im Federhut" in Hampden Gross, einem anheimelnden Wirtshaus voll jagdlicher Trophäen, die dem Vorderende von Rotwild und dem Hinterende von Füchsen abgeknipst waren; seit etlichen Jahrhunderten stiUte es den Durst des Hertfordshirer Städtchens, in dem ich meine Praxis betrieb. Wir gaben uns genüßlich der weitverbreiteten britischen Sitte hin, schnell einen vor dem Sonntagsbraten zu heben" meine Frau und alle anderen Frauen weit und breit im Lande schwitzten über der Hammelkeule mit grünen Erbsen, während sich die betreffenden Gatten eisern entschlossen so lange mit Bier anfüllten, bis sie ebensogut und gern gedünstete Marbelsteine verzehrt hätten.Nun konnte ich nur noch selten ins Wirtshaus gehen die Reputation des Arztes leidet nach wiederholtem Erscheinen in einem solchen Lokal noch mehr als die des Pfarrers. Doch es war das erste Wiedersehen mit meinem alten Studienkollegen vom St.-Swithin-Spital, nachdem er bei meiner Hochzeit als Brautführer fungiert hatte. Kurz danach hatte Grimsdyke eine Möglichkeit gefunden, seinen Hang zur Psychiatrie mit seinem Hang zum Wohlleben zu kombinieren, indem er Anstaltsarzt in einem Privatsanatorium für Nervenkranke in Inverness geworden war, einem ehemaligen Schloß; nun war abermals ein Winter verstrichen,