Bővebb ismertető
Vorwort des Herausgebers
Der geistige und politische Austausch zwischen Nachbarvölkern, das Neben-, Mit- und natürlich auch Gegeneinander von Staaten, die aneinander grenzen, die gute/glückliche oder unheilvolle/tragische Nachbarschaft — dies sind The-men, die nicht nur Fachwissenschaftler, Historiker und Soziologen, Politiker und Psychologen immer wieder faszinieren, sondern die auch für ein breiteres Publikum von durchaus gegenwartsbezogenem Interesse sind. In einer Zeit, in der über die „Deutsche Frage" wieder verstárkt diskutiert wird, in der auch ver-sucht wird, den Begriff „Mitteleuropa" politisch zu reaktivieren, kann eine Rückbesinnung auf die kritischen, auf die spannungsvollen und auch auf die problemlosen Etappen der Beziehungen Deutschlands — alsó des Altén Rei-ches, des Deutschen Bundes und dann des Nationalstaats — zu seinen jeweiligen unmittelbaren Nachbarn sinnvoll sein.
Als wir im Frühjahr 1987 an die Arbeit für dieses Buch gingen, gab es viele Fragen: Würden sich qualifizierte Mitarbeiter finden, die einen Beitrag rasch zur Verfügung stellen? Würde es gelingen, auch auslándische Kollegen für ein solchen Vorhaben zu gewinnen? Würde der Band die Spannung aushalten, daB Gelehrte sehr unterschiedlicher ideologischer und politischer Provenienz und Couleur das Wort ergreifen und aus ihrer Sicht Aspekte der bilateralen Beziehungen des historischen oder gegenwártigen Deutschland zu einem benachbar-ten Staat oder einer benachbarten Region behandelten?
Diese Fragezeichen habén sich rasch aufgelöst. Natürlich blieb dieser oder je-ner projektierte Beitrag ungeschrieben, natürlich wird sich nicht jeder Leser mit jedem Essay, mit jeder manchmal eigenwilligen Sicht, voll identifizieren kön-nen. Die den Aufsátzen beigegebenen Literaturhinweise erlauben ihm, die an-gesprochenen Probleme zu vertiefen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Aber daB die Summe der Beitráge zu einem auBerordentlich reizvollen Panora-ma der bilateralen Beziehungen Deutschlands zu seinen Nachbarn geworden ist: daran hat der Herausgeber keinen Zweifel.
Ein gleichmáBiges Ausleuchten dieser Beziehungen durch die Jahrhunderte bis zur Gegenwart konnte von niemandem erwartet werden. Es wurden deshalb besonders markante Punkte und Probleme in diesen bilateralen Beziehungen ausgewáhlt und kompetente Fachleute gebeten, dies in Fallstudien oder Lángs-schnitten darzustellen. Natürlich kann man darüber streiten und rechten, ob die „richtigen", die „relevanten" Probleme herausgegriffen wurden — sicher wáren auch andere Themen denkbar und möglich gewesen, aber einer Rechtfertigung oder Begründung bedürfen die ausgewáhlten Beitráge gewiB nicht.