Bővebb ismertető
Eines vor allém unterscheidet den Gartenschöpfer von anderen Künstlern: Nie sieht er sein Werk vollendet. Jeder Baum, den er pflanzen Iáik, braucht Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte bis zur vollen Entfaltung seiner Eigenart. Auch die Stráucher wachsen in der Regei nicht so rasch, daft ihre Wirkung schon nach wenigen Jahren erkennbar ist. Mehr als jeder andere Künstler muft der Gartenschöpfer die Fáhigkeit des Vorausdenkens besitzen, das heiík, er mufi sich vorstellen können, wie diese oder jene Baumgruppe, dieses oder jenes Gebüsch nach einem Menschenalter aussehen wird - und oft reagieren die Pflanzen anders, als es der Gártner erwartet. Nicht jeder Boden eignet sich für jeden Baum: Die Buche stellt höhere Ansprüche als die Kiefer, und wo die Birke noch fortkommt, verkümmert die Linde. Aber selbst wenn der Gartenschöpfer das Glück hat, so lange zu leben, daB er das Wachstum der Báume und Stráucher mehrere Jahrzehnte lang überwachen kann - seine Arbeit höret nimmer auf. Es ist durchaus ein Ding der Unmöglichkeit, einen grofíen, ausgedehnten Park so zu pflanzen, dafí er ausgewachsen ganz dasselbe Bild wie früher, nur im veránderten Maftstabe biete, und das Ganzé dann als für immer im rechten Verháltnis zueinander stehend betrachtet werden könne - denn die Natúr Iáik sich nicht so genau berechnen, schrieb einer der bedeutendsten deutschen Gartenkünstler des vorigen Jahrhunderts - und Fürst Hermann von PücklerMuskau (1785-1871) wuíke, wovon er sprach: Das stándige Korrigieren und Retouchieren der Anlagen in Muskau und Branitz verschlang, was von seinem grolten Vermögen übriggeblieben war, und belastete ihn zudem noch mit 500000 Talern Schulden. Muskau und Branitz blieben erhalten, aber wie vieleandere Gárten sind im Laufe der Jahrhunderte zugrunde gegangen - nicht durch Kriege oder Naturkatastrophen, sondern einfach durch die Gleichgültigkeit derer, die das Érbe bewahren sollten! Dem Sohn erschien als Marotte, was dem Vater Lebensinhalt bedeutet hatte. Statt den Park zu pflegen, lieft er ihn verwildern, bis schliefílich nur noch ein paar klágliche Reste an die alte Pracht erinnerten. Die künstlichen Seen verlandeten, die Grotten und Háuschen stürzten ein, Gestrüpp überwucherte die Wege. Das nicht mehr vom Menschen gebándigte Wachstum der Báume und Stráucher löschte das Kunstwerk aus. Wer heute die einst so berühmten romantischen Gárten der Mark Brandenburg besucht, Schöpfungen, die von den gartenkundigen Zeitgenossen fast ebenso hoch bewertet wurden wie ihr groftes Vorbild, der Park von Wörlitz, findet in Garzau die Ruine einer Pyramide, in Alt-Madlitz zwei kleine Tempel, in Harnekop den Sockel eines Denkmals - und sonst nichts, was anzuschauen sich lohnte. Auch der Wandel der Anschauungen gefáhrdete das Bestehende. Die von einem neuen Naturgefühl beseelten Gartenschöpfer des ausgehenden 18. Jahrhunderts sahen in den Gárten des Barocks nur Beispiele des schlechten Geschmacks einer Zeit, die das Natürliche unterdrückt hatte, indem sie es in das Korsett eines starren Schemas zwángte. Wo man ihnen freie Hand lieft, rodeten sie die Heckenwánde aus und verwandelten die schnurgeraden Alleen in Wege, die sich dem Gelánde anschmiegten und den Wanderer scheinbar absichtslos von Station zu Station führten, etwa von einer otaheitischen Hütte zu einem Tempel der Empfindsamkeit. Aber schon die Meister der náchsten Generation legten den Begriff Natürlichkeit groBziigiger aus als die mit Symbolen spielenden Romantiker von Wörlitz und Seifersdorf. Die