Bővebb ismertető
VORWORTDie Geisteswelt Indiens hat ihren Ausdruck in einer Literatur gefunden, deren Anfänge, soweit wir heute wissen, bis um 1500 vor Chr. zurückreichen. In ununterbrochener Kontinuität hat sich das indische Schrifttum bis zur Gegenwart in einer Fülle vön sprachlichen Formen fortentwickelt und immer neue religiöse und weltliche Dichtungen und Prosa-Werke hervorgebracht. Bei dem übergroßen Reichtum an literarischen Erzeugnissen in den alt-, mittel- und neuindischen Sprachen erwies es sich als unmöglich, eine Auswahl aus ihnen in einem Bande der vorliegenden Sammlung unterzubringen. Der umfängliche Stoff wurde deshalb auf zwei Bände verteilt: der vorliegende erste von diesen befaßt sich mit der religiösen und philosophischen Literatur, der zweite Band, der in Kürze nachfolgen soll, wird der weltlichen Dichtung, Wissenschaft und Staatskunst der Hindus gewidmet sein. Da jeder Band einem anderen Gebiet indischen Geisteslebens gewidmet ist, stellt jeder von ihnen ein in sich abgeschlossenes Ganzes dar und kann auch ohne Kenntnis des anderen benutzt werden.Die ältesten, in Sanskrit abgefaßten indischen Werke sind heilige Schriften, in denen Seher und Denker ihren Glauben an die Wirksamkeit göttlicher Mächte darlegten. Auf diesen Texten der heiligen Offenbarung (Veda) und der sich ihnen anschliessenden autoritativen Überlieferung (Smriti) fußt die Welt- und Lebensanschauung des klassischen Hindutums, wie sie von Dichtern und Philosophen im einzelnen ausgebildet worden ist Um das Jahr 1000 nach Chr., als der Islam in Indien einzudringen anfing, beginnt dann eine neue Periode. Sie ist durch das Auftreten zahlreicher Meister gekennzeichnet, die als leidenschaftliche Vorkämpfer des Kults von Vishnu und Shiva auftrttten und sich zum Teil der modernen Volkssprachen für ihre Dichtungen bedienten. Um die Mitte des 2. Jahrtausends entstanden Reformbewegungen, welche Islam und Hinduismus auf der Basis eines bildfreien Monotheismus zu verschmelzen suchten, und um 1800 hebt dann die Auseinandersetzung mit der durch die britische Kolonialherrschaft immer mehr Bedeutung gewinnenden geistigen Welt des Abendlandes an, ein Pro-