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Altertümer und S chriftquellen
Die Kunst Indiens in geschichtlicher Zeit ist uns durch pracht-volle Bauten und durch ausgedehnte Ruinenfelder über der Erde bekannt. Ihre Sonderstellung in der Welt-Kunstgeschichte be-greifen wir heute als die kulturelle Leistung eines Volkes, das im Laufe der Jahrtausende eigene Schöpfungen mit Anregungen der Nachbarlánder verbunden hat.
In den letzten Jahrzehnten habén Ausgrabungen Stadtgrund-risse, Steinwerkzeuge, Metallgerát, Schmuckgegenstánde aus edlem Material und vor allém Keramik aus dem Boden geför-dert. Diese Funde lassen uns Leben und Kunst im Nordwesten Indiens, in Afghanistan und im östlichen Iran in vor- und früh-geschichtlicher Zeit verstehen. Die Altertümer unterrichten uns über die Stádte der frühesten Hochkulturen Indiens und über die halbnomadischen Eroberer, die aus Westen und Norden einbrachen, die Stádte zerstörten, aber auf dem Boden Indiens zu Schöpfern neuer Stadtkulturen und schliefílich der geschicht-lichen indischen Hochkunst wurden.
Vorgeschichtlich, alsó álter als einheimische oder fremde schriftliche Nachrichten über sie, sind die Bergdörfer Afghani-stans und Indiens. Die piktographischen (bilderschriftartigen) Zeichen auf den Siegeln, die in den hochentwickelten Stádten des Industals gefunden wurden, sind bisher noch nicht gedeutet (Fig. i und Fig. 2). Durch Funde solcher Siegel in geschichtlich genau datierbaren Schichten mesopotamischer Frühkultur und durch Funde von sumerischen Siegeln, die geschichtlich bekann-ten Dynastien angehören, können wir aber diese frühe indische Stadtkultur »in relativer Chronologie« um die Mitte des 3. vorchristlidien Jahrtausends datieren.