Bővebb ismertető
VORWORT Gemessen an ihrer Artenzahl und Formenfülle übertreffen die wirbellosen Tiere alle anderen Tiergruppen in jedem Lebensraum, ob im Wasser, auf dem Land oder in der Luft. Mehr als 95 Prozent der über eine Million beschriebenen Tierarten sind Wirbellose. Ihnen fehlt die aus Knochen oder Knorpel gebildete Wirbelsäule, die für die meisten Fische und sämtliche Kriechtiere, Lurche, Vögel und Säugetiere kennzeichnend ist. Der vorliegende Band beschreibt 15 Hauptgruppen (Stämme), die zusammen über 80 Prozent aller bekannten wirbellosen Tierarten umfassen. Der weitaus größte Wirbellosenstamm sind die Uniramia, in dem hauptsächlich die Insekten zusammengefaßt sind. Die annähernd eine Million beschriebenen Insektenarten spielen eine dominierende Rolle in den Ökosystemen der Erde. Sie bilden die größte Pflanzenfressergemeinschaft überhaupt. Sie ernähren sich von abgestorbenen Pflanzen, Kadavern und Kot und bereiten diese Substanzen wieder für den Naturkreislauf auf. Sie haben femer eine bedeutende Funktion als Bestäuber, ohne die viele Pflanzen nicht existieren könnten. Die in diesem Band behandelten größeren Insektenordnungen reichen von den urtümlichsten Fluginsekten wie Libellen und Eintagsfliegen bis zu den hochentwickelten Ameisen, Wespen und Bienen mit ihren unterschiedlichen Lebensweisen als Parasiten, Bestäuber und hochsoziale Tiere. Schmetterlinge, Heuschrecken sowie die in der größten Ordnung aller Tiere zusammengefaßten Käfer zeigen eine erstaunliche Vielfalt in ihrer äußeren Erscheinung. Prächtig gefärbte Arten stehen unauffälligen Formen gegenüber, die die Gestalt von Blättern, Blumen und sogar das Aussehen von Vogelkot angenommen haben, um sich vor Räubern zu tarnen. Eine weitere große Gruppe landlebender Wirbelloser sind die Spinnenverwandten (Chelicerata), deren größte Ordnung, die Spinnen, hier ebenfalls dargestellt wird. Insekten und Spinnen zählen zu den Gliederfüßern, die ihren Entwicklungserfolg einer Art Außenskelett zu verdanken haben, einem aus der homartigen Substanz Chitin bestehenden Panzer, der im Verhältnis zu seinem geringen Gewicht eine außerordentlich große Festigkeit aufweist, femer elastisch und wasserabstoßend ist. Zu der dritten großen Gruppe der Gliederfüßer zählen die überwiegend im Wasser lebenden Krebse (z. B. Krabben, Garnelen, Flußkrebse und Hummer). Vor etwa vier Milliarden Jahren nahm das Leben seinen Ursprung in den Ozeanen, und während viele Tierformen im Verlauf der Evolution das Wasser verließen und das Festland als Lebensraum eroberten, entwickelte sich gleichzeitig die Wasserfauna weiter. Als Ergebnis dieses langen, über viele Erdzeitalter verlaufenden Prozesses finden wir heute eine faszinierende Vielfalt aquatischer Lebensformen vor: von mikroskopisch kleinen, einzelligen Protozoen bis zum Riesenkraken. Diese Unterwasserwelt, die den meisten Menschen verschlossen bleibt, ist in mancher Hinsicht komplizierter und mannigfaltiger als der besser bekannte Lebensraum Festland. Wasserlebende Wirbellose umfassen eine immense Vielfalt häufig kleiner und unauffälliger Tiere, deren For-menfülle das Ergebnis ihrer oft sehr langen Entwicklungsgeschichte ist. Über 90 Prozent der wasserlebenden wirbellosen Arten zählen zu den Gruppen, die in diesem Band beschrieben werden. Viele sind von erheblicher wissenschaftlicher, ökonomischer, medizinischer und ökologischer Bedeutung. Dennoch werden die wasserlebenden Wirbellosen im Vergleich zu Vögeln oder Säugetieren manchmal als die armen Verwandten angesehen. Diese Betrachtungsweise ist jedoch ganz falsch. Man denke nur an die enorme Vielfalt, Anzahl und ökonomische Bedeutung von Weichtieren und Krebsen für den Menschen. Und an Schönheit der Feinstruktur werden die mikroskopisch kleinen Sonnentierchen und die Seeanemonen kaum übertroffen. Ohnegleichen ist auch die Fähigkeit vieler Parasiten, Krankheiten wie Malaria und Bilharziose auf den Menschen zu übertragen. Rätselhaft und ohne Parallele im Tierreich sind femer Seesterne, Seeigel und ihre Verwandten in ihrer Anatomie und Entwicklungsgeschichte. Diese Hauptgruppen wasserlebender Wirbelloser werden in dem vorliegenden Band beschrieben. Jedes Kapitel dieses Bandes wird nüt einer Datenübersicht eingeleitet, in der die Biologie der jeweiligen Tiergruppe tabellarisch zusammengefaßt ist. Hier werden die wissenschaftlichen Bezeichnungen deijenigen Arten aufgeführt, die im Text mit umgangssprachlichen Namen erwähnt sind. Die Gliederang dieses Bandes wurde wegen der Formenfülle der Wirbellosen nicht nach Arten vorgenommen. Große und biologisch interessante Gruppen wie Protozoen, Krebs- und Weichtiere werden anhand ihrer Hauptuntergrappen (häufig Klassen) dargestellt. Bei den großen Insektengruppen aus dem Stamm Uniramia und bei den meisten anderen Gruppen erfolgte die Untergliederung in Ordnungen oder Klassen auch in tabellarischer Form. Einige Themen von besonderer Bedeutung werden vom Haupttext getrermt in optisch hervorgehobenen Informationskästen dargestellt oder im Falle medizinisch oder biologisch besonders interessanter Sachverhalte auf Doppelseiten beschrieben.