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1Ganz offensichtlich, gar keine Frage, war sie übergeschnappt!Als Psychologin sollte sie es wissen.Sämtliche Zeichen waren da, und zwar bereits seit Monaten. Die Gereiztheit, die Übellaunigkeit, der Hang zu Tag-träumen und die Vergesslichkeit. Der Mangel an Motivation, an Energie, an der normalerweise für sie typischen Zielstrebigkeit.Ihre Eltern hatten sich bereits in der ihnen eigenen milden Art, die besagen sollte, Du-kannst-es-besser-Jude, dazu geäußert. Und ihre Kollegen bedachten sie inzwischen mit verstohlenen Seitenblicken voll des stummen Mitleids oder des missbilligenden Unbehagens. Sie hatte begonnen, ihre Arbeit und ihre Studenten zu verabscheuen; bei ihren Freunden, Verwandten, Mitarbeitern und Vorgesetzten deckte sie permanent Dutzende störender Eigenschaften auf.Allmorgendlich empfand sie die einfache Pflicht des Aufstehens und sich für den Unterricht Ankleidens als ebenso beschwerlich wie das Erklimmen eines Bergs. Und zwar eines Bergs, den sie weder aus der Ferne sehen noch mühselig erklimmen wollte.Dazu kam dieses unbesonnene, impulsive Verhalten, das sie seit einer Weile an den Tag legte. O ja, dieses Verhalten war das Beunruhigendste von allem. Die stets ach so gelassene, nüchterne Jude Frances Murray, einer der kräftigsten Äste des Stammbaums der Chicagoer Murrays, die stets ach so vernünftige und arbeitswillige Tochter des Ärztepaares Linda und John K. Murray, schmiss plötzlich ihren Job hin.