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Islamischer TerrorismusEin selbstkritischer Dialog der Kulturen" ist jetzt gefragtvon Udo SteinbachNoch ist keineswegs ausgemacht, dass die islamische Welt zunehmend, ja unaufhaltsam dem Fundamentalismus verfällt, wie manche Beobachter des Raumes zwischen Nordafrika und Indonesien meinen. Dies auch dann nicht, wenn es zutreffen sollte, dass die Bilder von den zusammenstürzenden Twin Towers des World Trade Center bei vielen Mushmen ein Gefühl der Genugtuung ausgelöst haben sollen, dass es denen" (nämlich den USA) endhch einmal einer gezeigt" habe. Wenn Osama Bin Laden populär ist, dann nicht, weil er die Tat im Namen des Islam vollbracht und damit der Religion Respektabilität verliehen hat, sondern weil sie als ein Befreiungsschlag gegen politische Dominanz wahrgenommen wird, die in der vom Islam geprägten Welt weithin als erdrückend empfunden wird.Die Frage nach der Zukunft dieser Welt unter dem Aspekt des Stellenwerts der Religion in Politik und Gesellschaft und mit Blick auf die Beziehungen zum Westen und einer von diesem geprägten Moderne geht mithin in zwei Richtungen: zum einen in Richtung auf den Islam selbst; zumProf. Dr. Udo Steinbach, Direktor des Deutschen Orient-Instituts, Hamburg.andern auf die Politik des Westens, insbesondere der USA. Offensichtlich wird die Politik des Westens" in islamischen Koordinaten als problematisch, ja provokativ empfunden.Die Reaktion auf den 11. September 2001 unter Muslimen ist widersprüchlich und diffus. Noch immer ist der Zweifel weit verbreitet, ob die von den USA genannten Drahtzieher des Terrorakts die wirklichen Täter sind; schließlich seien noch immer keine Beweise vorgelegt worden. Davon abgeleitet grassiert denn auch die Verschwörungstheorie, dass nämlich die USA bzw. Israel hinter dem Anschlag steckten. Dem stehen Stellungnahmen zahlreicher Persönlichkeiten im islamischen Raum gegenüber, die den Terrorakt nachhaltig verurteilen. Zwar ist auch bei ihnen Vorsicht zu erkennen, hinter dem Anschlag die Hand von Muslimen zu sehen. Auf der andern Seite versucht man die Gelegenheit zu ergreifen, sich von der Verbindung mit im Namen des Islam ausgetragenem Terror zu lösen.Dies gilt vor allem für den pakistanischen Militärmachthaber, General Pervez Musharraf. Nach anfänglichem Zögern war die von ihm durchgesetzte Unterstützung Pakistans für die Militäroperationen eine wesentliche Voraussetzung für den Kollaps des vormals von Islamabad unterstützten Taliban-Regimes und1143/2001INTERNATIONALE POLITIK