Asiatische Ambivalenzen
von Eberhard Sandschneider
Unser Umgang mit Asien ist iiochgradig konjunicturell geprägt. Vier Begriffe haben in den letzten beiden Jahrzehnten diesen konjunkturellen Umgang besonders deutlich werden lassen: Nachdem das so genannte „asiatische Wunder" die Gemüter erhitzt hatte, folgte eine intensive Diskussion um )j asiatische Werte", die, gerade als sie ihren ver-meindichen Höhepunkt erreichte, abrupt durch teils schadenfrohe, teils besorgte Debatten über die Auswirkungen der „asiatischen Krise" abgelöst...
Asiatische Ambivalenzen
von Eberhard Sandschneider
Unser Umgang mit Asien ist iiochgradig konjunicturell geprägt. Vier Begriffe haben in den letzten beiden Jahrzehnten diesen konjunkturellen Umgang besonders deutlich werden lassen: Nachdem das so genannte „asiatische Wunder" die Gemüter erhitzt hatte, folgte eine intensive Diskussion um )j asiatische Werte", die, gerade als sie ihren ver-meindichen Höhepunkt erreichte, abrupt durch teils schadenfrohe, teils besorgte Debatten über die Auswirkungen der „asiatischen Krise" abgelöst wurde. Rund fünf Jahre später scheint nun die Teilhabe am „asiatischen Boom" das beherrschende Tagesthema zu sein.
Schlagworte wie „atlantische Gegenwart - pazifische Zukunft" bereiteten bis zur zweiten Hälfte der neunziger Jahre nicht nur besorgten Hütern der euro-atlantischen Stellung in der Welt Sorgen, sie hatten auch einen offensichtlich berechtigten ökonomischen Hintergrund. Da gab es wachsende Befürchtungen in Europa, von der Effizienz asiatischer Industriegesellschaften schon mittel- und erst recht langfristig überholt zu werden. Ein Blick auf ökonomische Wachstumsraten schien den Schluss nahe zu legen, dass insbesondere Europa allen
Prof. Dr. Eberhard Sandschneider, geb. 1955, ist Otto-Wolff-Direl
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Cím: Internationale Politik September 2004 [antikvár]
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