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Ewald Nowotny - Internationale Politik und Gesellschaft 3/1997 [antikvár]

Internationale Politik und Gesellschaft 3/1997 [antikvár]

Ewald Nowotny, Peter Rudolf, Uwe Halbach

 
Internationale politik und gesellschaft hat sich in den zurückliegenden Ausgabe n intensiv an der Debatte um die wirtschaftliche Globalisierung und ihre Folgen beteiligt. Gibt das Thema noch etwas her? Wir meinen: durchaus. Die tatsáchliche Globalisierung hat nur bedingt etwas mit ihrer ziemlich plötzlichen Entdeckung durch die Öffentlichkeit zu tun. Und eine erste aufgeregte Diskussionsrunde legt nicht das intellektuelle Fundament fur ein angemessenes Verstándnis der neuen Herausforderungen. Dazu bedarf es einer breiteren und...
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Internationale politik und gesellschaft hat sich in den zurückliegenden Ausgabe n intensiv an der Debatte um die wirtschaftliche Globalisierung und ihre Folgen beteiligt. Gibt das Thema noch etwas her? Wir meinen: durchaus. Die tatsáchliche Globalisierung hat nur bedingt etwas mit ihrer ziemlich plötzlichen Entdeckung durch die Öffentlichkeit zu tun. Und eine erste aufgeregte Diskussionsrunde legt nicht das intellektuelle Fundament fur ein angemessenes Verstándnis der neuen Herausforderungen. Dazu bedarf es einer breiteren und gleichzeitig differenzierteren Perspektive. Der Begriff Globalisierung wirft ein Schlaglicht auf einen wichtigen Aspekt der weltweiten Veranderungen. Aber das Schlaglicht blendet auch, Iáik andere wichtige Aspekte in den Schatten treten. Zwei Artikel dieses Heftes filtern solche Aspekte heraus. Ewald Nowotny rückt die weltweite Deregulierung seit Anfang der 7oer Jahre ins Blickfeld, ein Ansatz, der zielgenauer als der Globalisierungsbegriff auf einen zentralen Punkt der heutigen wirtschaftspolitischen Problematik weist. Gosta EspíngAndersen richtet das Augenmerk auf den Ubergang zu einer postindustriellen Produktions- und Bescháftigungsstruktur und auf die politischen Blockaden, die eine Anpassung des westlichen Wohlfahrtsstaates an diese Entwicklung behindern. Die übrigen Artikel dieses Heftes befassen sich mit einzelnen Lándern bzw. Régiónén, alléin drei davon mit China. Wenn man versucht, den jeweils unmittelbaren Gegenstand ihres Interesses im Kontext lángerfristiger weltweiter Veranderungen zu betrachten, láfit sich ein langer Evolutionsprozefí ausmachen, der von der immer noch nicht abgeschlossenen Herausbildung der modernen souveránen Nationalstaaten zu deren sukzessiver Einbindung in eine post-nationale (?) Weltordnung führt. Dafi der Blick auf diesen, keineswegs linearen, Prozefi nach der verengenden und verzerrenden Perspektive des Kalten Krieges heute wieder freigestellt ist, könnte man in kontrastierender Anspielung an Fukuyamas berühmtes Diktum als Wiedergewinnung der Geschichte bezeichnen. Oberfláchlich gesehen, rückt die Welt der Nationalstaaten, die Entwicklung und Veránderung internationaler Machtkonstellationen und Rangordnungen wieder in den Vordergrund. Aus einer distanzierteren Perspektive Iáik sich die wiedeigewonnene Geschichte aber auch als Zivilisierungsprozefi in einem doppelten Sinne begreifen, námlich als die Durchsetzung von Normen des internationalen Zusammenlebens und als Relativierung der Staatenwelt durch die ganz anders strukturierte und motivierte Welt der (Zivil)Gesellschaften. Beide Aspekte internationaler Politik sind in der konkrétén Realitat miteinander vermengt - oft recht unsauber. Dies zeigt sich sowohl in Volker Perthes3 Beitrag zur Auseinandersetzung des Westens mit dem Störenfried Irak als auch in Peter Budolfs Artikel über die Politik der Hegemóniái- und Ordnungsmacht usa gegenüber jenem grófién Kolofi aus vornationaler Zeit, der sich anschickt, eine Groíknachtposition im internationalen Staatensystem einzunehmen, námlich China. Wie ErnstOtto Czempiel in unserer vorangegangenen Ausgabe gezeigt hat, tut sich die auítenpolitische Elité der usa schwer, von staatsorientierter Machtpolitik zu gesellschaftsorientierter Weltordnungspolitik überzugehen. Aber die Volksrepublik China ist in viel fiindamentalerer Hinsicht auf klassische Grofimachtpolitik festgelegt. Auf eine Welt der Gesellschaften, die Staatsraison als Politikkriterium zunehmend zurückdrángt, kann sie sich nicht einlassen. Róbert Dujarrics provokativer Artikel legt den Finger auf das Legitimitáts- und Modernisierungsdefizit des chinesischen Festlandstaates. Chinas Nervositát vis-á-vis allén Entwicklungen, die die festgefugte Staatenwelt in Frage stellen, kommt auch in Gudrun Wackers Artikel zum Vorschein. Ebenso wie Uwe Halbachs umfassende Darstellung befafit er sich mit dem Eintritt der zentralipg 3/97 Zu diesem Heft / About this issue

Termékadatok

Cím: Internationale Politik und Gesellschaft 3/1997 [antikvár]
Szerző: Ewald Nowotny , Peter Rudolf Uwe Halbach
Kiadó: Friedrich-Ebert-Stiftung
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 170 mm x 230 mm
Ewald Nowotny művei
Peter Rudolf művei
Uwe Halbach művei
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