Bővebb ismertető
Gesprádie mit Eltein und Kindern*)Von MARTHA HOLUB (Wien)Die folgenden Falle sind Gespráche mit Eltern und Kindern aus unserer individualpsychologischen Erziehungsberatung. Sie zeigen, daB es mit Hilfe des eisernen Netzwerkes" der Individualpsychologie möglich ist, schon im Laufe einer einzigen Aussprache den irrtümlichen Lebensstil des Kindes zu erkennen und zu sehen, daB es die asoziale Einstellung des Kindes ist, an der es leidet. Wir wissen, daB das Symptom nur ein Ausdruck dieser Einstellung ist und daB es ein grofier Irrtum wáre, sich mit der Beseitigung des Symptoms zu bescháftigen, anstatt den Lebensstil (den ganzen Menschen) aufzudecken.Bevor ick nun auf die einzelnen Gespráche übergehe, möchte ich ganz kurz auf ein háufiges MiBverstandnis jener hinweisen, die unsere Methode noch nicht anwenden gesehen habén; sie fragen: Was habt Ihr schon davon, wenn Ihr dem Kinde Mut zusprecht, wenn Ihr sagt: Du muBt mehr Mut habén!?" Unsere Aufgabe ist: Mut machen, nicht von Mut reden. Und das werden wir am besten können, wenn wir das Wort Mut" vor dem Kinde gar nicht in den Mund nehmen.Und noch eine Bemerkung über die Öffentlichkeit der individualpsychologischen Erziehungsberatung. Diese stellt eines der wichtigsten Hilfsmittel unserer Beratung dar. Von der Idee ausgehend, daB jede Form der Schwer-erziehbarkeit einen Mangel an Verbundenheit mit den Mitmenschen darstellt, stellen wir das Kind in der öffenthchen Beratung mitten in die Gemeinschaft hinein und lassen es erieben, daB alle an seinem Schicksal interessiert sind. Wenn Birnbaum in einem Vortrage über die Kunst der Regie" gesprochen hat, die die individualpsychologisch eingestellten Lehrer in der Schulklasse anwenden, so gilt dasselbe für unsere Arbeit in der Erziehungsberatungsstelle. Bald wird der eine zum Mitspieler gemacht, indem man, scheinbar theoreti-sierend, über Probleme mit ihm spricht, die die Probleme des Kindes sind, bald müssen alle mittun, wenn man etwa Zeichnungen, Hefte eines Kindes herumgehen laBt, die die ersten selbstandigen Versuche sind, und am liebsten verwenden wir das Publikum, um dem Kind unsere eigene Unvollkommenheit, die Unvollkommenheit der Erwachsenen zu zeigen, eine Methode, die Ida Löwy so ausgezeichnet verwendet und die sich als sehr wirksam erweist, z. B. wenn man bei einem Kinde, das tief beschámt ist über seine vielen Dreier im Zeugnis, die Anwesenden bittet, es mögen sich diejenigen melden, die noch nie einen*) Nach einem Vortrag, gehalten in der Sektion Wien des Internationalen Vereins für Individualpsychologie.29441