Bővebb ismertető
Leben und Uberleben
Strategien für die Zukunft
Das Bedürfiiis der Menschen nach Lebensquahtät, der nachhaltigen Gestaltung der Lebensräume tmd der Erhaltimg der natürlichen Lebensgrundlagen wird immer deutlicher erkennbar. Mit den gesellschaftUchen Prioritäten ändern sich auch wirtschaftliche, soziale und schließUch politische Rahmenbedingungen. Diese Dynamik betrifft auch die Universitäten tmd steUt sie vor neue Herausforderungen.
Die "Grünen Universitäten" sind traditionell mit dem Komplex
• Nachhahige Nutzung der nachwachsenden Rohstoffe, auch als Energieträger tmd neue Werkstoffe
• Schutz der regenerierbaren Ressourcen wie Wasser, Boden und Atmosphäre
• Gestaltimg lebensnaher Verwertungsprozesse
• Zusammenhang zwischen Lebensmittelproduktion tmd Gesvmdheit
• Schutz und Gestaltung der Lebensräume und der Umwelt
• Schutz der Gesundheit von Pflanze, Tier und Mensch
befasst.
Dieser Kongress hat ztu- Aufgabe, Perspektiven tmd Strategien aufzuzeigen, wie diesen Herausforderungen begegnet werden kann. Wir wollen die Zusammenhänge der Öffentlichkeit auf verständliche Weise darstellen tmd potentielle Studenten davon überzeugen, dass ein Studium in diesen Themenbereichen interessant und zukunftsweisend ist.
Der Wirtschaft möchten wir unsere Kompetenzen demonstrieren, die weit über das klassische hnage der traditionellen Land- und Forstwirtschaft hinaus bis in die Hochtechnologie reichen und beweisen, dass wir interessante Kooperationspartner sind.
Für die Politik sind wir bereit, wissenschaftliche Entscheidungsgrundlagen bereit zu stellen.
Besonders wichtig ist in diesem Zusanmienhang die Tatsache, dass der Europäische Integrationsprozess in den ländlichen Räumen tmd ihren wirtschafthchen und sozialen Strukturen zu grossen Veränderungen fuhren wird -eine der größten wissenschaftlichen Herausforderungen für die "Grünen Universitäten". Deshalb wird dieser Kongress in internationaler Kooperation veranstaltet.
Ich lade alle Interessierten ein, daran teilztmehmen und an Löstmgen für die Zukunft mitzuarbeiten. In diesem Siime w^che ich auch für die Lektüre dieses Abstract-Bandes interessante und spannende Stunden.
Leopold MÄRZ
Rektor der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)
Herausforderung Globalisierung
Das Prinzip einer Nachhaltigen Entwicklung beinhaltet die Forderung, gegenwärtigen und nachfolgenden Generationen intakte MögUchkeiten zur Gestaltung ihres individuellen und gesellschaftlichen Lebens zu bewahren. Insofern ist Nachhaltige Entwicklung eine Bekräftigung der Leitidee einer freiheitlich, demo-Icratisch verfassten Gesellschaft vor dem Hintergrund insbesondere der neuen ökologischen Gefährdungen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Es handelt sich um eine Leitidee mit Relevanz für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.
Die tiefere Ursache der ökologischen Gefährdung könnte man als "Merkantilismus-Syndrom" bezeichnen: der Versuch, der Wirtschaft den Produktionsfaktor Natur möglichst biUig zur Verfügung zu stellen. Vor etwa zweihundert Jahren war es die gezielte Verbilligung der Nahrungsmittel und des knapp werdenden Holzes. Schon damals wurden neben den kurzfristig ökonomisch positiven Effekten zunehmend die ökologisch negativen sichtbar. So wurden bspw. schon früh Nachhaltigkeitspostulate für die Forstwirtschaft formuUert. Insgesamt jedoch hat in der Zwischenzeit die "Politik der billigen Naturzufuhr" noch beträchtlich an Bedeutung zugenommen -und damit das ökologische Gefährdungspotential. Hauptsächliche "Instrumente" dieser "ökologischen Grobsteuerung in falsche Richtung" sind die Nichtberücksichtigung von negativen Extemalitäten, aber auch verschiedene Formen von indirekten und direkten Verbilligungsstrategien (Steuerbefreiungen und -Vergünstigungen, angebotsorientierte Infrastrukturpolitik, Subventionen). Gegenstand dieser Politik sind biUige Energie, billige RohstofTzufuhr bzw. -iörderung und Abfallentsorgung, expansive Raumerschliessung, billige Mobilität und schliesslich die Verbilligung von Grossrisiken durch Haftungsbegrenzungen. Der heute stattfindende Strukturwandel weist denn auch nicht in Richtung Nachhaltige Entwicklung, sondern von ihr weg.
Die damit verbimdenen Umweltbelastungen werden jedoch erst in Ansätzen innerhalb dieser zentralen Politikbereiche verhandelt. Noch werden sie soweit möglich als Aufgabe an eine spezialisierte Umweltpolitik oder an eine Raumordnungs- und -entwicklungspolitik abgeschoben. Weitere Symptome dieser "institutionalisierten" Nichtlösung der ökologischen Frage sind die "Entdeckung" der Zivilgesellschaft allgemein imd des ländlichen Raumes als Auffangbecken für ungelöste Probleme sowie die Delegation der ökologischen Verantwortung an die Wirtschaft im Sinne der Selbstverantwortung.
Es zeigt sich ein Bild der Ohnmacht. Und diese akzentuiert sich dramatisch vor dem Hintergrund der Globalisierung. Kemthese des Referats ist, dass nicht so sehr die Globalisierung an sich das Problem darstellt, sondern die ökologisch nicht zukunftsweisenden Rahmenbedingungen in denen sie stattfmdet - mit dem ländlichen Raum als Veriierer. Der ländliche Raum bietet sich einerseits mit seiner langen Tradition des generationenorientierten Denkens und Handehis als Keimzelle an für die Entwicklung und Einleitung nachhaltiger Konzepte für seine sozialen und ökonomischen Strukturen. Andererseits aber ist eine zukunftsorientierte Entwicklimg des ländlichen Raumes existentiell abhängig von einer erfolgreichen Integration des ökologischen Gedankens in die zentralen Politikfelder national und intemational.