Bővebb ismertető
Die vier Erlebnisse der Interpress-Foio 1960
von Bernt von Kügelgen
Schon »iieder eine Fotoausstellung? Schon wieder ein Bildband mit einer Ausw/ahl eindrucksvoller Aufnahmen, die dort zu sehen waren? Sind solche Publikationen zur Routine geworden, bei denen sich das Worte machen sparen läßt? Und ist eine Bildersemmiung überhaupt soviel Aufhebens wert? Eine Fotoausstellung, die zweimal verlängert werden mußte und 22 744 Besucher hatte, was im Verhältnis zu ähnlichen Veranstaltungen eine überdurchschnittlich hohe Zahl ist, muß den Maßstab des üblichen gesprengt haben. Das Außerordentliche der Interpress-FotolSeO, die von Anfang April bis Mitte Mai in Berlin stattfand, zeigte sich bereits In der Beteiligung. Die Jury konnte aus 2668 Bildern 433 Aufnahmen auswählen, die von 256 Fotoreportern aus 32 Ländern stammten. Wirklich interessant werden diese Zahlen jedoch, wenn man erfährt, daß die Einsender auf allen Kontinenten leben, daß sie Bürger von Staaten verschiedener politischer Orientierung sind und sich zu verschiedenen gesellschaftlichen Auffassungen bekennen. Unter ihnen befinden sich Mitarbeiter der kommunistischen und der bürgerlichen Presse. Zu ihnen zählen Reporter wie der Franzose Robert Doisneaii, Anatolij Garanin, der Chruschtschow durch die USA begleitete, der Italiener Garrubba, derChineseDschengGuan-hua, der Engländer Grant, Gerhard Kiesling aus der DDR, der Holländer van Bennekom, der Tscheche Haj'ek und viele andere Pressefotografen, deren Namen über die Grenzen ihres Landes bekannt geworden sind. Die Interpress-Foto 1960 war die erste bildpublizistische wahrhaft Internationale Ausstellung. Sie war ihrem Charakter nach zugleich die bisher größte und repräsentativste Schau der Pressefotografie unserer Zeit.
Diese Tatsache allein hätte wohl kaum genügt, so zahlreiche Besucher anzulocken. Ihre magnetische Wirkung auf Berliner aus beiden Teilen der Stadt, auf ausländische Gäste und auf Durchreisende aus aller Welt erwuchs vor allem aus vier unvergeßlichen Erlebnissen, die aus den Bildern sprachen:
Erstes Erlebnis: das große Gemeinsame der Ausstellung
„Die Interpress-Foto 1960 ist nicht nur wertvoll wegen der Qualität der einzelnen Bilder. Sie ist vor allem darum wertvoll, weil hier ein echterfriedlicher Wettbewerb zwischen Vertretern sozialistischer und kapitalistischer Länder stattfindet. Dabei zeigt sich, daß in allen Fragen des menschlichen Lebens und bei einer unterschiedlichen Weltanschauung das friedliche Zusammenleben, der Wunsch nach Wohlstand und Glück für die gesamte Menschheit im Vordergrund stehen." Hermann Burkhardt, Sekretär der internationalen Organisation der Journalisten, schrieb diesen Gedanken in das Besucherbuch. Das friedliche Zusammenleben der Völker, die friedliche Koexistenz war zum Leitgedanken der Ausstellung geworden. In ihr spiegelte