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VORWORT
Ionenaustauscher werden seit geraumer Zeit in wachsendem Umfang in der Technik und im Laboratorium benutzt, bis vor kurzem allerdings vorwiegend auf empirischer Grundlage. Erst aus den Arbeiten der letzten Jahre sind zusammenhängende theoretische Vorstellungen von den wichtigsten Vorgängen entstanden, die beim Einsatz der Austauscher eine Rolle spielen. Damit scheint die Zeit gekommen, in der der Versuch gewagt werden darf, ein Buch über die Theorie des Ionenaustauschs zu schreiben. Die Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens liegen weniger darin, daß man noch nicht genug, sondern daß man schon zuviel über Ionenaustauscher weiß. Die Zahl der Theorien und der Umfang der Literatur haben das Maß überschritten, das ein Autor seinem Leser anzubieten wagt. Ich habe deshalb bewußt dieses Buch auf einer verhältnismäßig kleinen Auswahl von Vorstellungen, theoretischen Ansätzen und experimentellen Ergebnissen aufgebaut, die mir geeignet erscheinen, ein möglichst einleuchtendes Bild von den Vorgängen und ihren physikalischen Ursachen zu geben. Nicht um Vollständigkeit und nicht um die Wiedergabe abstrakter Theorien habe ich mich bemüht, sondern um eine geschlossene, anschauliche und dabei trotzdem nach Möglichkeit quantitative Erklärung des „Warum". Das Buch will dem Leser das Verständnis für die entscheidenden Faktoren und das physikalisch-chemische.Werkzeug vermitteln, das ihm bei der Lösung seines speziellen Problems helfen kann. Wenn es diesen Zweck erfüllen kann, ist sein Ziel erreicht.
Nicht alle, die ihren Beitrag zum heutigen Stand unseres Wissens geleistet haben, können in einem solchen Buch zu Worte kommen. Ich habe mich im Text und in den Literaturhinweisen im wesentlichen auf die Arbeiten beschränkt, denen der Gedankengang der Darstellung folgt oder die ihn erläutern. Die Auswahl ist naturgemäß subjektiv; mögen mir diejenigen verzeihen, deren Leistungen nicht gebührend hervorgehoben worden sind.
Allen, die mich bei der Abfassung des Manuskripts durch freundliche Hinweise und kritische Anregungen unterstützt haben, möchte ich an dieser Stelle herzlichst danken, vor allem den Herren Dr. R. Schlögl, Prof. Dr. G. Scatchard, Dr. K. S. Spiegler, Dr. E. Glueckauf und Dr. U. Schindewolf. Mein Dank gebührt ferner Fräulein A. A. Hohenlohe für die Anfertigung der Zeichnungen.
Berkeley, Kalifornien im November 1958
Friedrich Helfferich