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Iphigenie in Aulis [antikvár]

 
CHRISTOPH WILLIBALD GLUCK, DER REFORMATOR DER OPER Die Oper ist ein Kind der späten Renaissance. Sie ist ein künstlerisches Produkt jener Zeit, in der die Menschen sich aus der mystisch weitabgewandten Gedankenwelt des Mittelalters frei machten und das Leben in all seinen Erscheinungsformen mit offenerem Blick betrachteten. Es ist verständlich, daß diese Menschen bewundernd auf die Antike schauten, die in ihrer Formvollendung und Klarheit ganz ihren Idealen entgegenkommen mußte. Auch die Oper ist aus dieser engen Anlehnung an die...
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CHRISTOPH WILLIBALD GLUCK, DER REFORMATOR DER OPER Die Oper ist ein Kind der späten Renaissance. Sie ist ein künstlerisches Produkt jener Zeit, in der die Menschen sich aus der mystisch weitabgewandten Gedankenwelt des Mittelalters frei machten und das Leben in all seinen Erscheinungsformen mit offenerem Blick betrachteten. Es ist verständlich, daß diese Menschen bewundernd auf die Antike schauten, die in ihrer Formvollendung und Klarheit ganz ihren Idealen entgegenkommen mußte. Auch die Oper ist aus dieser engen Anlehnung an die Antike entstanden, und jene Florentiner Neuerer, die im letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts das „dramma per musica", das Drama mit Musik schufen, strebten danach, das antike Drama wieder zu erneuern, wie es in ihrer Vorstellungswelt lebte. Sie erkannten, daß das gesungene Wort, der Zusammenklang von Musik und Dichtung, die höchste Form theatralischer Äußerung sein kann, wenn die künstlerischen Grundkräfte Musik und Dichtung in einera gesunden, den dramatischen Gehalt steigernden Verhältnis zueinander stehen; d. h. wenn die Musik den Gehalt der Dichtung unterstreicht und vertieft und beide Schwesternkünste eine gleichbedeutende Stellung nebeneinander einnehmen. In unglaublichem Tempo hatte die italienische Oper ihren Siegeszug durch Europa angetreten. Doch das scheinbar unaufhaltsame Aufblühen der jungen Kunst war nur die eine Seite, die andere Seite war ein ebenso rascher innerlicher Verfall dieser neuen Kunstrichtung. Schnell waren die künstlerischen Absichten vergessen, die die Gründung der Oper bestimmt hatten, und der ganz auf Unterhaltung abgestimmte Geschmack der Besitzenden wurde mehr und mehr zum Kriterium für die Arbeit der vielen Opernkomponisten und Textdichter des Barockzeitalters. Zwar gab es auch in dieser Epoche bedeutende Künstler, die um die dramatische Wahrheit der Oper rangen und solche, die sich besonders um die Entwicklung ihrer einzelnen musikalischen Formen verdient gemacht haben, doch sie gingen unter in der Zahl derer, die sich dem Geschmack der Zeit beugten. Die Barockoper wurde schließlich zum ausgesprochenen Repräsentationselement der vielen kleinen und großen Fürsten. Die Textbücher wurden nach einem bestimmten Schema gezimmert, und meist war historisches „Spektakel", in dessen Mittelpunkt oft sogar der Fürst des Landes oder Ländchens verherrlicht wurde, der Inhalt solcher Opern. An die Stelle einer echten dramatischen Handlung war die Kehlfertigkeit der Primadonnen und Kastraten getreten. Die italienische Oper wurde zum „kostümierten Konzert", zu einer Aneinanderreihung von Koloraturarien, die durch oberflächlich geplapperte Seccorezitative zu einer für uns heute lächerlichen Handlung zusammengefaßt waren. Der Bericht eines Zeitgenossen zeigt uns die ganze Ausweglosigkeit, in die die italienische Oper geraten war: „Die Kavaliere gehen von

Termékadatok

Cím: Iphigenie in Aulis [antikvár]
Kiadó: Deutsche Staatsoper
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 140 mm x 230 mm
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