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Iranische Bild- und Verskunst [antikvár]

Iranische Bild- und Verskunst [antikvár]

 
Iranische miniaturenkunst in Indien Das Verhältnis zwischen Mohammedanern und Hindu im indischen Subkontinent besteht seit über tausend Jahren in einer immer wieder ausbrechenden religiösen und territorialen Bekriegung, aber auf kulturellem Gebiet ist unter der Herrschaft der Grossmoghulen (1526-1707) eine fruchtbare Synthese gefunden worden, eine im alten Wortsinn iranische Einheit. Die Bezeichnung «Iraner» betrifft die Perser so gut wie die Inder, insofern es zwei Zweige des gleichen indogermanischen-arischen Astes sind; die Wurzel...
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Iranische miniaturenkunst in Indien Das Verhältnis zwischen Mohammedanern und Hindu im indischen Subkontinent besteht seit über tausend Jahren in einer immer wieder ausbrechenden religiösen und territorialen Bekriegung, aber auf kulturellem Gebiet ist unter der Herrschaft der Grossmoghulen (1526-1707) eine fruchtbare Synthese gefunden worden, eine im alten Wortsinn iranische Einheit. Die Bezeichnung «Iraner» betrifft die Perser so gut wie die Inder, insofern es zwei Zweige des gleichen indogermanischen-arischen Astes sind; die Wurzel der Worte «arisch» und «iranisch» erinnert an die alte Bezeichnung «Aryana» für das Gebiet zwischen Persien und Indien (bzw. West-Pakistan), das sich heute Afghanistan nennt. Von hier aus haben sich zwischen den Jahren 1000 und 1761 fünfmal muslimische Eroberer auf Indien geworfen und iranische Dynastien begründet. Verengern wir unsern Blick auf jenes Gebiet in Nordindien, wo die nachfolgend abgebildeten Miniaturen - die letzten islamischen Kulturerzeugnisse auf indischem Boden - gemalt worden sind, so finden wir im Westhimalaya (Kashmir, Pahari) kleine, während kurzer Zeit unabhängige, blühende Bergstaaten als Besitz einheimischer Rajputenfürsten und auch muslimischer afghanischer Statthalter, die alte Kulturtraditionen aufrechterhalten - namentlich die persischen Nationaldichtungen pflegen ohne sich dafür andere als reichlich grobschlächtige Künstler leisten zu können. So sind unsere Miniaturen nach indischer Weise (im Rajputenstil) aufgebaut und mit persischen Einzelheiten (in Moghulentradition) durchsetzt. Es ist ein Zeichen des indischen Stilanteils, dass die Bilder in eigenen rechteckigen Feldern aus der Schriftseite herausgehoben sind. In der Blütezeit, zwei- bis dreihundert Jahre früher, bestand persische Buchkunst darin, aus Schrift und Bild eine einheitliche Prachtseite zu komponieren. Dieses Prinzip hat die iranische Buchkunst in Indien, also die Moghulenkunst, aufgegeben. Aber eine Verbindung zwischen Schrift und Bild ist noch bis in den späten Provinzstil unserer Abbildungen geblieben: die Kolonneneinteilung für die Verszeilen - vier Kolonnen auf jeder Buchseite - bildet das Einteilungsgerüst für die Bilder. Die waagrechte Bildunterteilung - sowohl in der Architektur wie in den Landschaftsdarstellungen oflFensichtlich - macht eine Besonderheit der indischen Malerei aus. Eine persische Illustration dürfte nie so absolut aus vertikalen und horizontalen Bildfeldern aufgebaut werden, vielmehr würde dort alles Rechtwinklige von DiagonaUinien überspielt, damit die Miniatur etwas Schwebendes behalte und nie die Wirkung der

Termékadatok

Cím: Iranische Bild- und Verskunst [antikvár]
Kiadó: Hallwag AG
Kötés: Ragasztott kemény papírkötés
Méret: 120 mm x 190 mm
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