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Erstes Kapitel
Bartholomew Stretton wurde in Dr. Beals Eßzimmer geführt.
„Der Herr Doktor kommt sofort."
„Gut, gut. Er erwartet mich, glaube ich."
Stretton legte seinen Hut und seine Handschuhe auf den Tisch, nahm eine Ausgabe des „Punch" vom vorigen Monat zur Hand, betrachtete ein paar Bilder und warf dann mit ungeduldigerBewegung das Blatt zurück. Augenblicklich stand ihm der Sinn nicht nach humoristischen Dingen. Er blickte sich in Beals Eßzimmer um, als ob ihm der Raum mißfiele. Seine Unruhe erlaubte ihm nicht, sich zu setzen; sie trieb ihn zum Fenster, wo sich ihm ein Ausschnitt der Wimpole-Straße bot: Eisengitter, Gehsteig, Fahrdamm, wieder Gehsteig, wieder Eisengitter, eine Reihe Fenster und drei grüne, mit sehr sauberen Messingschildern geschmückte Eingangstüren. Es regnete. Die Leute gingen mit geöffneten Schirmen. Für Stretton hatten der Regen, der Gehsteig, die Häuser und die Menschen allesamt dieselbe Farbe.
,Scheußliche Gegend!'
Es kam ihm in den Sinn, daß er die Wimpole-Straße seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen hatte, daß sie überhaupt nicht vorhanden gewesen, soweit es ihn betraf, und daß sie auch jetzt für ihn nicht vorhanden wäre, wenn er nicht Hilfe gebraucht hätte. Und doch haßte er die Straße, wie ein die Bequemlichkeit liebender Mensch alles haßt, was mit einer sehr unangenehmen und lästigen "Wirklichkeit zusammenhängt. Die Wimpole - Straße stellte in den Augen Strettons, der das Leben gerne von einer heiteren Seite ansah, einen häßlichen Schmutzfleck dar. Er war ein erfolgreicher Mann gewesen, ein wirklich mit sich selbst zufriedener Mensch, und daß das Schicksal ihm gerade in dem Augenblick, wo die letzte Lebensspanne begann, einen Schlag versetzen sollte,