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CHRONICA
ISTVÁN PAPP
(1901-1972)
Von B. KÁLMÁN
István Papp kam in Kleinwardein/Kisvárda zur Welt. Nach Beendigung der Mittelschule setzte er seine Studien an der Universität in Debrezin/Debrecen fort, wo er das Lehrerdiplom in den Fächern Ungarisch und Deutsch erwarb. Über mehr als zwei Jahrzehnte unterrichtete er an den Gymnasien von Kleinwardein/Kisvárda, Ödenburg/Sopron, Hatvan, später in Debrezin. 1948 wurde er zum Professor an der Pädagogischen Hochschule in Erlau/Eger ernannt, dann im Jahre 1952 mit der Leitung des Lehrstuhls für ungarische Linguistik an der Debreziner Universität betraut. 1934 promovierte er „suh auspiciis guhernatorifi" zum Doktor.
Seine erste wissenschaftliche Arbeit erschien 1929; ihr folgten in ununterbrochener Reihe Aufsätze und Bücher sowohl in Ungarn als auch im Ausland. (Seine wissenschaftliche Biographie und das Verzeichnis seiner Werke s. MNyj. XVII, 5-28.)
Es gibt kaum einen Zweig der ungarischen Sprachwissenschaft, mit dem sich István Papp nicht eingehend befaßt hätte. Indes stand die Syntax von Anbeginn an im Mittelpunkt seines Interesses. Bereits einer seiner ersten Aufsätze (MNy. XXVI, 200—4) war den Satzteilen gewidmet, und er trachtete darin — gegenüber der einseitigen logischen Auffassung — eine Betrachtungsweise des Satzes mit weiterem Horizont zu erarbeiten, in der neben der Logik auch gefühlsmäßige und stilistische Gesichtspunkte zur Geltung kamen. Er war gleicherweise vertraut sowohl mit dem Gebiet der deskriptiven wie auch der historischen Grammatik und befaßte sich mit den Problemen der Wortart der Partizipien, der Herkunft der verbalen Personalsuffixe, der Funktion der besitzanzeigenden Suffixe, dem Zeichen des Imperativs, der Satzanalyse. Eine seiner größeren zusammenfassenden Studien erschien unter dem Titel ,,Versuch einer Charakteristik der ungarischen Sprache" (FUF. XXXVI, 116-34). Der Aufsatz ,,A szóalkotás problémái" [Die Probleme der Wortbildung] (MNyj. IX, 3- 31) kann als ein Kapitel einer nach neuen Gesichtspunkten abgefaßten deskriptiven Grammatik betrachtet werden. Eine kürzere Variante seiner im Verlauf langer Jahre herangereifter Vorträge über ungarische Sprachgeschichte erschien 1968 in finnischer Sprache ,,Unkarin kielen história" (Tietolipas, Nr. 54, Helsinki).
Aus dem Bereich der Lautgeschichte erörterte István Papp in mehreren Aufsätzen das Schicksal der Vokale im Stammesauslaut. 1966 erschien sein Universitätslehrbuch ,,Leíró magyar hangtan" [Deskriptive ungarische Lautlehre], das bis zum heutigen Tag eine der besten phonetischen und phonologi-schen Übersichten ist. Das anspruchsvolle Werk, das dem zeitgemäßen Stand
15* Ada Linguistica Academiae Scientiarum Himgarieae 23, 1973