Bővebb ismertető
Vorwort Die gute Kunst der Maierei hat sich in unserem Italien viel besser gehalten als in irgend einem andern Reich der Erde. (Michelangelo) Das vorliegende Werk bringt eine Reihe von Kleinodien der italienischen Maierei aus sechs Jahrhunderten, bei denen - nach einem Ausspruch von Croce - «La qualitá di sentimento si é fatta pittura», d. h, bei denen die Eigenart des Empfindens sich in Maierei verwandelt hat. Den Sinn für einheitliche, historische Betrachtung z.u erwecken, wobei die modernsten kunstgeschichtlichen Anschauungen berücksichtigt worden sind, war wegleitend bei der Gestaltung dieser Anthologie. Die jeder Tafel beigefügten beschreibenden und kritischen Anmerkungen sollen Hilfsmittel sein zum Verstandnis des Werkes. Dem einzelnen Meister sind, je nachdem, eine oder mehrere Seiten gewidmet; jedes Werk ist von einem Kommentár begleitet. Eine kurze kritische Biographie umreisst die Persönlichkeit des Malers, sie charakterisiert seinen Stil, seine Eigenart, zeigt die für ihn massgebenden ausseren Einflüsse auf und beleuchtet seine eigene Wirkung auf die Nachwelt. Was nützlich ist zur Erkenntnis des Bildes, seines inneren und ausseren Schicksals, ist kurz angedeuteit. Die Rechtfertigung dafür, dass unsere Auswabl erst mit dem 13. Jahrhundert begonnen wurde, liegt in der Geschichtsauffassung des Autors begründet, die in der allgemeinen Einführung dargestellt ist. Dort wird der Versuch gemacht, die charakteristischen Züge und die Erscheinungen der italienischen Kunst von ihrem wahren Ursprung an darzulegen, indem die Werke bald aneinander, bald an der Gesamtheit der Blütezeit der neueren Kultur gemessen oder mit wesensverwandten Zügen der anderen Künste in Vergleich gezogen werden. Es werden Form und Charakter der Maierei aufgezeigt: Raum, Farbe, Linie, die Entdeckung der Umwelt, die wir Giottos Genie verdanken, die Menschenauffassung, der Begriff des Humanismus, die Perspektive, die Bedeutung von Bewegung, Licht und dritter Dimension; ferner die Offenbarungen Leonardos, die revolutionáre Auffassung Caravaggios, die neue Poetik der Landschaft, des Stillebens usw. Dieser Auslese könnte vorgeworfen werden, dass Namen wie Castagno, Perugino u. a. fehlen, dass Missverháltnisse bestehen in den Proportionen, dass der Geschmack des Autors ein individueller sei. Darauf ist zu antworten, dass eine solche Anthologie kein Corpus ist und dass sich Kompromisse unvermeidlich aufzwingen.