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Francesca Castria - Italienische Malerei [antikvár]
 
N'" ach der historischen Tradition, die auf Dantes Göttliche Komödie zurückgeht („So dachte bei ^ den Malern Cimabue/das Feld zu halten: jetzt gilt nur noch Giotto,/und in den Schatten trat des anderen Ruhm." Purgatorio XI, 94—96), 1S50 von Giorgio Vasari in seinen Lebensläufen der berühmtesten Maler, Bildhauer und Architekten wieder aufgenommen wurde und an der die Kunstkritik jahrhundertelang festhielt, gilt Ci-mabue als der Stammvater der italienischen Malerei. Mit ihm nahm die große florentinische Malerei ihren Anfang, deren...
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N'" ach der historischen Tradition, die auf Dantes Göttliche Komödie zurückgeht („So dachte bei ^ den Malern Cimabue/das Feld zu halten: jetzt gilt nur noch Giotto,/und in den Schatten trat des anderen Ruhm." Purgatorio XI, 94—96), 1S50 von Giorgio Vasari in seinen Lebensläufen der berühmtesten Maler, Bildhauer und Architekten wieder aufgenommen wurde und an der die Kunstkritik jahrhundertelang festhielt, gilt Ci-mabue als der Stammvater der italienischen Malerei. Mit ihm nahm die große florentinische Malerei ihren Anfang, deren „Sprache" zu Beginn des 14. Jahrhunderts für ganz Italien verbindlich wurde. Allerdings entspricht diese Darstellung nur teilweise der tatsächlichen historischen Entwicklung. Problematisch ist sie vor allem deshalb, weil damit die Auffassung entstand, im Vergleich zu anderen Regionen habe die toskanische Kunst stets eine vorrangige Rolle gespielt, was nicht in allen Fällen gerechtfertigt ist und groí3e Künstlerpersönlichkeiten des 13. Jahrhunderts unberücksichtigt läßt. Dennoch ist sie bis heute der vorherrschende Erklärungsansatz für den Beginn der großen italienischen Malerei. Kennzeichnend für die radikale Erneuerung in der bildenden Kunst waren die endgültige Uberwindung des byzantinischen Einflusses und die Hinwendung zu einer Kunst, die sich mit der Wirklichkeit auseinandersetzte und dabei die Lehren der Antike wiederentdeckte. Die starren, feierlichen, mystischen Bilder der byzantinischen Kunst machten einer neuen Sichtweise Platz, die in den Fresken Giottos ihren explizitesten Ausdruck fand; seine beredsamen menschlichen Figuren fanden eine Entsprechung in der Literatur des „volgare", der ersten Verschriftlichung des Toskanischen, die von Dante und Boccaccio etabliert wurde. Nur Venedig, die „orientalischste" aller italienischen Städte, machte insofern eine Ausnahme, als hier trotz der Nähe zu Padua, wo Giotto 1304 die Cappella degli Scrovegni ausmalte, die Mosaiken von San Marco für die venezianische Malerei weiterhin stilbestimmend blieben. Die größte Errungenschaft der italienischen Kultur zu Beginn des 14. Jahrhunderts war die Herausbildung des Bewußtseins, daß dem Individuum in der Welt und der Geschichte eine aktive Rolle zukommt. Damit entstand jenes Gedankengut, das ein Jahrhundert später im Humanismus klar formuliert werden sollte. Ebenfalls in der ersten Hälfte des Trecento entstand das Phänomen der lokalen Stilrichtungen. In den vorhergehenden Jahrhunderten war die Dominanz überregionaler Vorbilder aus der byzantinischen oder ottonischen Kunst so groß gewesen, daß sie in verschiedenen Regionen zu identischen Ergebnissen geführt hatte. Seit dem 11. Jahrhundert bildeten sich in den Regionen, häufig sogar in einzelnen Städten, charakteristische Kunstformen aus, die sich trotz gemeinsamer Bezugspunkte eindeutig voneinander unterschieden. Ein Gegengewicht hierzu wurde durch die großen Künstler geschaffen, deren Reisen zu kontinuierlichem und fruchtbarem Austausch fülirten. So ging der Florentiner Giotto nach Assisi, Rom, Padua, Mailand und Neapel; der Sieneser Simone Martini nach Neapel und Avignon; der Römer Pietro Cavallini nach Neapel und Assisi; die Emilianer Vitale da Bologna undTommaso da Modena kamen bis nachTrevi-so und Udine. Oft diente die Malerei auch als Mittel der Selbstverherrlichung. So förderte zum Beispiel Siena die Malerei, um damit das soziale und politische Leben der Stadt darzustellen. Die Vollendung der Maestä von Duccio wurde in der ganzen Stadt gefeiert; einige Jahre später trat die Kommune sogar in Konkurrenz zum Domkapitel und engagierte für die Ausstattung des Rathauses den jungen Simone Martini; Ambrogio Lorenzetti schuf die faszinie-

Termékadatok

Cím: Italienische Malerei [antikvár]
Szerző: Francesca Castria Stefano Zuffi
Kiadó: Könemann Verlagsgesellschaft mbH
Kötés: Vászon
ISBN: 3829004893
Méret: 260 mm x 290 mm
Francesca Castria művei
Stefano Zuffi művei
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