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BENVENUTO CELLINID ienn indem man einen merkwür-;fír digen Menschen als einen Teil I eines Ganzén, seiner Zeit oder seines Geburts- und Wohnortes betrachtet, so lassen sich gar manche Sonderbarkeiten entziffern, welche sonst ewig ein Rátsel bleiben dürften." In diesen Sátzen, die eine wissenschaftliche Methode der náchsten Generationen vorwegaussprechen, gibt Goethe, der für uns Deutsche der groBe Mittler Cellinis war, das Zentrum seines Interesses für diese Gestalt zu erkennen, die, wie er ein ander-mai sich ausdrückt, einer wilden und grotesken Welt angehörte". Die Selbstbiographie Ben-venuto Cellinis ist für den Kreis Goethescher Anschauungen und Kulturgefühle das Bild des reprásentativen Menschen der Renaissance.BOTTICELLI/AHRHUNDERTE lang wurde in einer Kapelle der Kirche St. Maria Maggiore zu Florenz eine Dar-stellung der Himmelfahrt Maria verwahrt, deren Entwurf man Sandro Botticelli dankt. In diesem anscheinend frommen Bilde hatte die heilige Inquisition ketze-rische Greuel entdeckt und entzog es durch einen Vorhang den Blicken der Gláubigen. Botticelli war in der Auffassung der Engel einer ver-dammungswürdigen Meinung des Origines ge-folgt, der da behauptet hatte, die Seelen jener Engel, die bei Lucifers Empörung neatral ge-blieben, seien in menschliche Körper g-ebannt und solcher Weise von Gott noch einmal versucht worden. Eigentlich hatte eine gestrenge Inquisition sámtliche Bilder von Botticellis Hand verdecken,ANDREA DEL SARTO/IE SEHNSUCHT VIELER Historiker des Kunstschaffens ist, ein paar ármliche Berichte aufzu-stöbern, um jenes Dunkel zu er-hellen, das zuweilen die áuBeren Künstlerexistenz umlagert. Aber kommt dem Biographischen wirklich jene groBe Bedeutung zu? Sind Jahreszahlen und Notizen in Wahrheit Schlüssel, die uns EinlaB ver-schaffen ins Allerheiligste des Kunsttempels, ziehen Anekdoten die Schleier von den Geheimnissen einer Künstlerpsyche ? Giotto hat einmal eine ketze-rische ÁuBerung über die unbefleckte Empfángnis Marias getan: beeintráchtigt das unser Verháltnis zu den frommen Fresken im Assisi? Von Tizians Geldgier wird uns mancherlei erzáhlt: vermag unser Verstándnis eine Brücke zu schlagen von der Knauserei eines altén Mannes zur schimmernden Pracht seiner Bilder? Nein; und was für uns Spát-geborene an einem Kiinstler, der vor Hunderten von Jahren starb, noch lebendig ist, können uns einzig und alléin seine Werke sagen und nur jenes innere Leben, das in ihnen beschlossen liegt, sollte uns an-gehen. Zuweilen freilich, aber selten genug, be-ormen