Bővebb ismertető
„Le imagini adunque de' buoni e de' virtuosi infiammano gli uomini,-come lo dico, alle virtü ed alle opere buone."
Lodovico Dolce (Diűlogo della piltura, 1557)
A
.Zjlus dem reichen Gemaldebestand des Budapester Museums der Bildenden Künste ragt die Sammlung von Portrats der icalienischen Renaissance durch Einheitlichkeit und Voll-standigkeit besonders heraus. Auf ungefahr fünfzig Bildern — unter ihnen Schöpfungen der bedeutendsten Meister — laBt sich zugleich mit den Errungenschaften der neuen Epoche die Entwicklung des Portrats verfolgen.
Das selbstandige Portrat, die naturgetreue, für weltliche Zwecke bestimmte Darstellung einzelner Menschen, ist zwar eine Errungenschaft der Renaissance, Iáik sich aber in ihren Anfangen auf die mittelalterliche religiöse Maierei zurückführen. Auf den Altarbildern und Wandgemálden findet man bereits im Rahmen religiöser Darstellungen Portrats. In den Gestalten der dargestellten Legenden verewigen die Künstler zuweilen Personen, namhafte Zeitgenossen: Auf Dantes Portrat stöBt man bereits in der italienischen Maierei des 14. Jahrhunderts.
Vasari zufolge war Giotto der erste, der lebende Personen nach der Natúr, „ritratti di na-turale", gemalt hat. Die erste namhafte Portratfolge, die zugrunde gegangene Galerie „berühmter Manner" des Königspalastes in Neapel ist jedenfalls mit seinem Namen ver-knüpft. Mit der wachsenden Macht der italienischen Stadtstaaten, der fortschreitenden Ver-bürgerlichung, der Entfaltung der Lebensform und Anschauung der Renaissance steigt die Bedeutung des tatigen Menschen und des irdischen, weltlichen Daseins. Das gesteigerte individuelle SelbstbewuBtsein, der Geltungstrieb, die Ruhmsucht kommen auch in der bildenden Kunst zum Ausdruck und schaffen eine immer breitere und festere Grundlage für die Darstellung des Einzelmenschen, für die Portratmalerei.
In seiner Abhandlung über Macht und Ruhm der Maierei erwahnt der Architekt Leon Battista Alberti das Portrat an erster Stelle.
In der italienischen Maierei des 15. Jahrhunderts sind die Portrats bereits recht haufig: Condottieri und Zunftmeister, Herrscher und Bürger, Gelehrte und wohlhabende Kaufleute bevölkern die florentinischen, umbrischen und venezianischen Gemalde der Epoche, die Schöpfungen Ghirlandajos, Masolinos, Mantegnas, Gentile Bellinis und Pinturicchios. Die dem politischen, stadtischen und dem FamilienselbstbewuBtsein dienende chronikartige Darstellung ist auf dem Weg zum selbstandigen Portrat eine der wichtigsten Stationen. Charakteristische Beispiele dieses Typs in unserem Museum sind die aus dem Niccolö-Orsini-