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DAS LEBEN
über das Leben Watteaus unterrichten drei seiner Freunde und persönlichen Bekannten: zufrühst der Sammler Jean de Jullienne, der bald nach Watteaus Tod unter dem Titel „Figures de différents caracteres" 1726 den ersten Band seines großen Abbildungsstichwerks über den Maler und Zeichner herausbrachte, dazu einleitend über dessen Leben schrieb ; dann der Kunsthändler Edme-François Gersaint, der in treuer Erinnerung 1744 über Watteau im Katalog der Versteigerung der Sammlung Lorangere berichtete; schließlich Comte de Caylus, der sich selbst „amateur" nennt und in einer Sitzung der Königlichen Akademie der Malerei am 3. Februar 1748 auf den verstorbenen Akademiker Watteau nach fast siebenundzwanzig Jahren die Gedächtnisrede hielt, stark die Berichte Julliennes und Gersaints nutzend, ein wenig vom hohen Standpunkt aus dozierend und kritisierend. Der Band „Watteau" in den Klassikern der Kunst von E. Heinrich Zimmermann erschien 1912 deutsch und französisch ; er bringt neben den echten Bildern auch die zweifelhaften und irrtümlich zugewiesenen — von den als echt angesehenen ist manches jetzt auszuscheiden. Unter den modernen Forschungen nimmt das Werk von Dacier und Vuaflart „Jean de Jullienne et les Graveurs de Watteau" den ersten Rang ein; es erschien mit drei Bänden Text — unter Mitarbeit von Hérold — und einem Tafelband 1922 —1929 in Paris.
Jean Antoine Watteau wurde 168 4 in Valenciennes als zweiter Sohn des maître couvreur de tuiles, des Dachdeckermeisters Jean Philippe Watteau (1660—1720) und seiner Frau Michelle Lardenois geboren und katholischem Ritus folgend gleich darauf am 10. Oktober getauft. Die Kirchenbucheintragung ist die erste der wenigen offiziellen Nachrichten über dieses wundersame Phänomen am Himmel der Kunst. Damals war Valen-