Bővebb ismertető
Vorwort Dieses Bucii gehört nicht in die Reihen jener Biographien, die sidi in der Hauptsache darauf beschránken, das Leben ihres Helden zu schildern. Solche Biographien gleichen photographischen Portráts: die in ihnen portrátierte Gestalt erscheint vor einem verschwimmenden Hintergrund. Von derartigen Werken unterscheidet sich das vorliegende grundsátzlich. Es ist keine Privatbiographic Jacques Offenbachs. Es ist eine Gesellschaftsbiograpbie. Eine Gesellschaftsbiographie in dem Sinne, dafi es mit der Figur Offenbachs die der Gesellschaft erstehen láfit, die er bewegte und von der er bewegt wurde, und dabei einen besonderen Nachdruck auf die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und Offenbach legt. Das heifit unter anderem, dafi hier die rein musikalisch interessierten Leser zu kurz kommen werden. Sie seien gewarnt: wenn auch dieses Buch von der Operettenmusik Offenbachs nicht absieht, enthált es sich doch, seinem Vorhaben getreu, der innermusikalischen Analysen und Interpretationen. Sein eigentliches Thema ist viel eher die gesellschaftliche Funktion Offenbachs. Welche Gesellschaft wird in dem Buch angesprochen? Die französische des neunzehnten Jahrhunderts mit ihren Monarchien und Diktaruren, ihren Weltausstellungen und Revolutionen. Diese Gesellschaft ist nicht nur deshalb die unmittelbare Vorláuferin der modernen, weil sich in ihr die Geburt der Weltwirtschaft und der bürgerlidien Republik vollzieht, sie ist es auch insofern, als sie auf den verschiedensten Gebieten Motive anschlágt, die sich heute noch fortbehaupten. Und zwar reagiert sie im Rahmen übersehbarer Verháltnisse mit solcher Deutlichkeit, dafi ihre Reaktionen den Wert von Modellen erlangen. Desto gröfierer Nutzen erwachst aus ihrer Betrachtung. Denn es wird zweifellos möglidh sein, das ungleich kompliziertere Denken und Verhalten der Gegenwart zu nicht geringem Teil aus den Modellen abzuleiten, die wáhrend des neunzehnten Jahrhunderts in Frankreich hervorgebracht worden sind. i