Bővebb ismertető
Vorwort der Herausgeber
Vier Ereignisse prägten 1994 die europapolitische Debatte: die durch das sogenannte Schäuble/Lamers-Papier in Gang gesetzte Diskussion über die Weiterentwicklung der Union, die deutsche und französische Ratspräsidentschaft, die beiden Gipfel des Europäischen Rates auf Korfu und in Essen sowie der Beitritt von Finnland, Österreich und Schweden am 1. Januar 1995 zur Europäischen Union. Die Diskussion um die Zukunft der Europäischen Union war markiert von einer Vielzahl von Lösungskonzepten, so daß am Ende vielmehr die Verwir-rang über die Bandbreite an Optionen, als die Klarheit über den Kurs der Union in den nächsten Jahren stand. So drehte sich die Diskussion um die Schlagworte Kemeuropa, Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten, der „variablen Geometrie" oder um ein „Europe ä la carte".
Die vom deutsch-französischen Doppel aufgmnd der aufeinanderfolgenden Ratspräsidentschaft erwarteten Innovationen für die Weiterentwicklung der Union blieben aus. Angesichts der rasanten Entwicklung in Europa und in anderen Regionen waren für neue Impulse weder die Zeit noch die Ressourcen vorhanden. Das Desaster, das die Europapolitik im ehemaligen Jugoslawien erliu, wirkte sich ebenfalls lähmend auf die gesamteuropäische Entwicklung aus. Lediglich auf dem Gipfel in Essen war eine Aufbmchstinunung zu verspüren. Hier galt es in erster Linie, die Frage der langfristigen Integration der mittel- und osteuropäischen Staaten in die Europäische Union zu klären. Neue Begrifflichkeiten, wie z.B. das Wort „Heranführungsstrategie", mußten geschaffen werden für ein Vorhaben von bisher nicht gekanntem Ausmaß. Der Gipfel von Essen setzte ein wichtiges Signal in Richtung Osten. Der positive Ausgang der Referenden in drei von vier EFTA-Staaten erweckte 1994 sowohl das Interesse der Mitghed-staaten als auch der anderen zukünftigen Beitrittsaspiranten. Die Union vergrößerte sich von zwölf auf nunmehr fünfzehn Staaten.
Die Europapolitik vermittelt in den Jahren 1994 und 1995 trotz der teilweise erkennbaren Konturen ein diffuses Bild. Vor diesem Hintergrund ist die Zielsetzung des Jahrbuches, Transparenz in die Vorgänge der Europäischen Union zu bringen, um so wichtiger. Es bietet eine solide Hilfe zur Aufarbeitung und Beurteilung der kompUzierten Ereignisse und Fakten.
Auch die Verändemngen innerhalb der Union sind nicht ohne Auswirkung auf die inhaltliche Gestaltung des Jahrbuches geblieben. Durch den Beitritt der drei ehemaligen EFTA-Staaten sind nun erstmals Beiträge zu Finnland, Österreich und Schweden aufgenommen worden. Der bislang vorhandene Beitrag über
Jahrbuch der Europäischen Integration 1994/95 1