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Vorwort der HerausgeberVorwort der HerausgeberKurz vor der Jahrtausendwende kennzeichnen vielfältige Herausforderungen die Lage Europas. Der Krieg auf dem Balkan wirft Fragen zur Handlungsfähigkeit der Europäischen Union auf. Daß ein koordiniertes Vorgehen in außenpolitischen Belangen dringend nötig ist, demonstrierten der Konflikt im Kosovo und die langwierigen Friedensverhandlungen im Vorfeld der militärischen Auseinandersetzungen, die wiederholt die Ohnmächtigkeit der Europäischen Union in sicherheitspolitischen Belangen deutUch machten. Die Rückkehr des Krieges nach Europa zeigt, daß das in Amsterdam geschaffene neue Amt eines Hohen Vertreters der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik nicht zur Marginalie verkommen darfWeiterhin aktuell bleiben die Erweiterung der Europäischen Union nach Osten und die damit verbundene Notwendigkeit einer wirtschaftlichen und strukturellen Reform der Gemeinschaft. Mit der Einigung über die Agenda 2000 sind die Mitgliedstaaten einen notwendigen Schritt vorangekommen. Sie haben damit eine wichtige Grundlage für die Erweiterung der Europäischen Union um die beitrittswilligen Staaten Mittel- und Osteuropas geschaffen, deren Einbindung die erste große Herausforderung für die Union im nächsten Jahrzehnt sein wird.Die Einführung des Euro zum Jahresbeginn 1999 macht die Grenzen des gemeinsamen Binnenmarktes plastisch deuüich. Der Umgang mit der neuen Geldeinheit im bargeldlosen Zahlungsverkehr, aber auch die Sorge vieler Europäer über die Stabilität der neuen Währung uagen dazu bei, daß der gemeinsame Wirtschafts- und Währungsraum lange vor der Ausgabe von Euro-Münzen und Scheinen deuflich an Kontur gewinnt. Der Amsterdamer Vertrag, der am 1. Mai 1999 in Kraft getreten ist, ist ein weiteres Zeichen für das Zusammenwachsen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die gemeinschaffliche Kooperation in den Bereichen Justiz und Inneres und der Aufbau einer gemeinsamen Grundlage für die Bereiche Visa, Asyl und Einwanderung sind Ausdruck dieser Vertiefung.Ungeachtet der Fülle an Ereignissen innerhalb Europas bückt das Jahrbuch in seiner neunzehnten Auflage auch über den kontinentalen Tellerrand. Die wirtschaftspolitische Verflechtung der Europäischen Union weit über die Grenzen Kontinentaleuropas hinaus wird in mehren BeiUägen zur Außenpolitik berücksichtigt. Neben Asien wurde der Afrikapolitik der Union erneut ein Beitrag gewidmet. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der südamerikanischen Staaten als Handelspartner wurden die Beziehungen Lateinamerikas zur Europäischen Union ebenfalls untersucht.! h ' i 'Ii i.v>1 ! I : Jahrbuch der Europäischen Integration 1994/951