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HERMANN JEDDING ZUM 65. GEBURTSTAG
Von dem Thema seiner Dissertation, die dem barocken Tiermaler Johann Heinrich Roos gewidmet war, hat sich Hermann Jedding in seinem Berufsleben weit entfernt, wie das bei Kunsthistorikern an Kunstgewerbemuseen übhch ist. Er gehört zu jener Generation, die den 2. Weltkrieg von Anfang bis Ende als Wehrpflichtiger mitgemacht hat. Das Studium begann er noch im Jahre 1945, unter den schwierigen Bedingungen der unmittelbaren Nachkriegszeit, aber doch in einer heilen Umgebung, im unzerstörten Göttingen bei den Professoren Rosemann und Tintelnot. Nach der Promotion bewarb sich Jedding als Volontär am Städel in Frankfurt und bekam statt dessen ein Volontariat beim Museum für Kunsthandwerk angeboten. Er nahm es an und tat damit - vielleicht zunächst ahnungslos - einen definitiven Schritt. Denn die Beschäftigung mit dem Kunstgewerbe, zuerst fast für jeden frisch promovierten Kunsthistoriker so neu, als hätte er ein anderes Fach studiert, faszinierte den Geeigneten bald und ließ ihn nicht mehr los.
Ernstotto Graf zu Solms-Laubach, damals Leiter des Museums für Kunsthandwerk in Frankfurt, wurde ihm zum Mentor. Er hatte damals für das Kunsthandwerk einen Seitenflügel des Städel zur Verfügung gestellt bekommen und richtete ihn mit den durch die Kriegsereignisse heimatlos gewordenen Sammlungen des Museums ein. Jedding konnte helfen und lernte die Museumsarbeit bei einem jener Kollegen, für die eine solche berufliche Beschäftigung gleichsam die selbstverständliche Fortsetzung des ererbten und anerzogenen Umganges mit der Kunst darstellt. - Zum besonderen Erlebnis seiner Frankfurter Jahre wurde
Hermann Jedding die Mitwirkung an der Jugendstilausstellung 1955- Als erste deutsche Museumsschau, die der Kunst um 1900 positive Seiten abgewann, ist sie in die Geschichte eingegangen. Sie vereinigte die um 1900 erworbenen Bestände des Frankfurter Museums mit Arbeiten der Darmstädter Künstlerkolonie und kam für viele Besucher einer Offenbarung gleich. So mancher mag damals begonnen haben, sich selbst eine Jugendstilsammlung aufzubauen, und auch Jed-dings private kleine Sammlung von Plaketten und Medaillen des art nouveau geht auf die Anregung durch diese Ausstellung zurück.
Bis 1960 blieb Jedding in Frankfurt, seit 1955 fest angestellt. Er beschäftigte sich vor allem mit den Materialien Keramik und Glas. Eine rasch wachsende Zahl von Rezensionen über Bücher und Ausstellungen in den »Glastechnischen Berichten«, in der »Kunstchronik«, in der »Weltkunst« etc. resultierte daraus. Von Anfang an reizte es den Kunsthistoriker, stärker publikumsbezogen zu arbeiten als üblich; so schrieb er eine ganze Reihe kleiner Künstlermonographien, einem gebildeten Leserpublikum zur Freude, und äußerte sich auch in der Tagespresse gern zu Ausstellungen. Die enge Verbindung zum >Verbraucher< äußerte sich ferner in »Keysers Führer durch Museen«, dem ersten Cicerone dieser Art (1961). Daß auch das, in der i. Auflage gemeinsam mit , Peter W. Meister publizierte Buch »Das schöne Möbel im Laufe der Jahrhunderte« (1958) ein echtes Volksbuch war, beweist die Tatsache, daß es inzwischen, mit modernisiertem Titel und Erweiterungen, seine 7. Auflage erlebt hat.
i960 ging Hermann Jedding zu Erich Meyer an das