Bővebb ismertető
Jürgen Zwernemann
DIE BENIN-BRONZEN
DES MUSEUMS FÜR KUNST UND GEWERBE
Ende 1989 kehrten die drei Benin-Bronzen des Museums für Kunst und Gewerbe nach Hamburg zurück, die im Zweiten Wekkrieg nach Sachsen ausgelagert und von der Regierung der ehemaligen DDR zurückgehalten worden waren, nämlich der Gedenkkopf eines Königs sowie zwei Reliefplatten. Obwohl eine der beiden Platten durch mehrfache Veröffentlichung zumindest in Fachkreisen bekannt ist', lohnt eine erneute, eingehende Diskussion. Als britische Truppen bei einer Strafexpedition im Februar 1897 Benin City einnahmen, die Hauptstadt des damaligen Königreiches Benin^, fanden sie eine beachtliche Anzahl von Metallgüssen, deren Wert und Bedeutung die Soldaten wohl mehr ahnten als erkannten. Die Güsse wurden als Kriegsbeute betrachtet, deren Erlös den verwundeten und den Hinterbliebenen der gefallenen britischen Soldaten zufließen sollte^. Museumsleute und Sammler in Europa waren sich der Bedeutung dieser Metallgüsse als Werke afrikanischer Kunst schnell bewußt. Es verwundert daher nicht, daß Benin-Bronzen teilweise noch im gleichen Jahr 1897, verstärkt aber in den folgenden Jahren in Museen kamen. Justus Brinckmann gelang es noch 1897, das erste Benin-Kunstwerk für sein Museum zu erwerben. Es war der Gedenkkopf, der unter der Nummer 1897.472 inventarisiert wurde. Brinckmann selbst hat ihn und die Reliefplatte mit der Inv. Nr. 1899.75 kurz gewürdigt"». Er hatte sofort die nicht zu überschätzende
Bedeutung dieser Werke erkannt; »Nicht ein plumpes Stammeln spricht zu uns aus den besten jener Bronzegüsse, sondern zielbewußte Künstler reden die Sprache ihres Volkes. Werke, . . . wie der in unserem Museum bewahrte Männerkopf, sind als Kunstwerke an sich zu würdigen.« Das dritte Werk, eine weitere Reliefplatte, kam 1911 hinzu (Inv. Nr. 1911.454)5. Fraglos hat Brinckmann auch den Erwerb der Benin-Bronzen des Hamburgischen Museums für Völkerkunde unterstützt, für den Senat und Bürgerausschuß die Mittel bereitstellten', denn Justus Brinckmann war damals Mitglied der Kommission dieses Museums. Vor der Beschreibung und Diskussion der drei Kunstwerke erscheint es mir wichtig, kurz auf das Material einzugehen, aus dem sie hergestellt worden sind. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist es üblich, von Benin-Bronzen zu reden. Bronze ist, vereinfacht gesagt, eine Kupfer-Zinn-Legierung. Seit langem ist bekannt, daß nicht alle Metallgüsse aus Benin Bronzen sind. Siegfried Wolf? faßt so zusammen; »Streng genommen trifft weder die Bezeichnung Bronze noch die Bezeichnung Messing oder Gelbguß^ auf alle in Benin gefundenen Güsse zu, da nicht alle Legierungen Zinn oder Zink führen bzw. in solchem Maße aufweisen, daß sie als Zinnbronze oder aber als Messing bzw. Gelbguß im engeren Sinne des Wortes gekennzeichnet werden könnten.«
Umfangreiche metallurgische Untersuchungen an