Bővebb ismertető
Rudolf Leeb — Erwin Herold
Das österreichische josephinische Toleranzbethaus. Zur historischen Einordnung eines Symboles
Es ist ein interessantes und keineswegs selbstverstándliches Phánomen, daB nahezu jeder evangelische Österreicher und jeder, der mit der Ge-schichte des österreichischen Protestantismus einigermaBen vertraut ist, mit dem Begriff „Toleranzbethaus" etwas zu verbinden weiB, meist kann er sogar die Umstánde seiner Entstehung und seine Hauptmerkmale be-nennen. Die Ursache hiefür liegt ohne Zweifel in dem Umstand, daB der österreichische Protestantismus seit jeher sein Selbstverstándnis und seine Identitát zu einem nicht unwesentlichen Teil auf seine Geschichte ge-gründet hat, in besonderem gilt dies für sein Schicksal wáhrend der ge-heimprotestantischen und der Toleranzzeit. Fürjeden ist sowohl aufgrund der bloBen Existenz der Toleranzbetháuser als auch wegen ihrer Cha-rakteristika diese Geschichte unmittelbar einsichtig und ablesbar. In die-sem Sinn kann in der Tat das Toleranzbethaus als ein Symbol des österreichischen Protestantismus bezeichnet werden und wird auch nicht ohne Berechtigung als ein solches empfunden. Umso auffálliger erscheint es dann aber auch, daB bislang historische Untersuchungen zu diesem Thema kaum vorhanden sind. Diesem Mangel soll mit den folgenden Ausführungen eine erste Abhilfe geschaffen werden1.