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ERSTES BUCH
D er Tag, von dem hier an erster Steile zu berichten sein wird, war ein Samstag im Juni 1950. Er veränderte unser Leben - ich rede von Martin, Arthur, Ilse und von mir -, wenn auch nicht äußerlich, so doch in einer so nachhaltigen Weise, daß ich ihn wohl nie vergessen werde. Wir hatten uns in dieser beschissenen Nachkriegszeit gerade wieder einigermaßen menschenwürdig etabliert, unsere Vergangenheit halbwegs aufgearbeitet, uns mit den neuen Verhältnissen bereits etwas angefreundet, und alles hätte so schön und ordentlich weitergehen können wie bisher, aber da passierte es eben, und schuld daran war nur Arthur. Es gibt Leute, die bringen es mit bestimmten Eigenschaften zu einer bestimmten Position im Leben. Ich glaube nicht daran, daß einer nur versehentlich Generaldirektor, Wissenschaftler oder -beispielsweise - Journalist wird. Als Journalist ist man im allgemeinen geneigt, mit seinem Beruf zufrieden zu sein. Er ist vielseitig, abwechslungsreich und gibt einem das - subjektive - Gefühl, den Finger mit am Drücker zu haben. Daß es mitunter, wie die Vergangenheit lehrt, auch einmal der falsche Drücker sein kann, tut diesem Gefühl keinen Abbruch. Mit etwas Glück kann Journalismus sogar einträglich werden. Spitzenfunktionäre unter den Journalisten - das sind in der Regel die Chefredakteure, in Arthurs Terminologie die Generalstäbler im großen Haufen schlichten Fußvolks unserer Zunft - beziehen nicht selten Tantiemen, die auch in der Industrie oberhalb der ökonomischen Gürtellinie liegen. Und bei ihnen kann man voraussetzen, daß sie ihre Tantiemen nicht zufällig beziehen und auch nicht zufällig Chefredakteur geworden sind. In diesem Punkt - und nicht nur in diesem - unterscheiden sie sich wesentlich vom Gros der Mi-