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Helmut Hanitzsch 60 Jahre alt
Bekanntlich soll das Aher nicht als persönliches Verdienst angesehen werden. Trotzdem verdient unser Kollege und Freund Helmut Hanitzsch zum 60. Geburtstag einen würdigenden Gruß in der Jahresschrift des Landesmuseums nicht zuletzt auch aus dem Grunde, weil er dieser ein äußerst sorgfältiger Redakteur ist und seit Jahren dazu beiträgt, daß dieses archäologische Publikationsorgan im In- und Ausland hohes wissenschaftliches Ansehen findet. H. Hanitzsch hat sich schon frühzeitig für die Vorgeschichte interessiert und war bereits vor fast 40 Jahren als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger im Kreis Leipzig tätig, konnte aber zur beruflichen Tätigkeit als Archäologe erst auf Umwegen gelangen. Geboren am 11. September 1914 in Leipzig, war ihm nach bestandenem Abitur 1934 das gewählte Studium der Vorgeschichte versagt, da er keiner Organisation der NSDAP beizutreten gewillt war. Nach einer Lehrzeit bei der Deutschen Bank in Leipzig war er dann bis zu Beginn des Krieges Bankangestellter. Während des zweiten Weltkrieges an verschiedenen Fronten eingesetzt, wurde er am 29. Oktober 1944 am Duklapaß schwer verwundet. Nach Kriegsende übte H. Hanitzsch nach kurzer Ausbildungszeit den Beruf eines Lehrers aus, wobei er die mit dem Lehrerberuf verbundenen beiden Prüfungen sehr erfolgreich abgelegt hat. 1954 konnte er endlich zur Vorgeschichte überwechseln, als ihm am Institut für Vorgeschichte an der Karl-Marx-Universität in Leipzig die Stelle eines Konservators angeboten wurde. Dieser Schritt war zunächst mit einem fühlbaren finanziellen Opfer verknüpft, das aber dadurch aufgewogen wurde, daß er nun in die langersehnte berufliche Verbindung mit der Vorgeschichtswissenschaft gelangte.
Auf Grund seiner autodidaktisch envorbenen Kenntnisse hat er nicht nur die Pflege und Inventarisation der archäologisclien Sammlung des Leipziger Universitätsinstitutes übernehmen können, er war auch Mitarbeiter und Leiter bei Ausgrabungen der Studenten. Dabei wurden an den von ihm bei seinen prähistorischen Fahrradexkursionen schon vor 35 Jahren entdeckten spätmagdalenienzeitlichen Schlag- und Siedlungsplätzen nahe Groitzsch bei Eilenburg morphologisch unterschiedliche Komplexe in vieljährigen Ausgrabungen untersucht, wobei rd. 154 000 Artefakte zum Vorschein kamen. Als Externer legte H. Hanitzsch mit der Abhandlung über den Fundplatz Groitzsch A im Dezember 1955 eine sehr gute Diplomprüfung ab. Audi nachdem er am 1. Juli 1957 seinen Dienst am Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) angetreten hatte, hat er die Forschungsgrabung „Groitzsdi" noch bis 1961 weiter durch- und zu Ende geführt. Ohne Einschränkung seiner dienstlichen Aufgaben im Landesmuseum konnte