Lieber Hermann Behrens!
Daß es gerade der 60. Band der Jahresschrift ist, der Dir aus Anlaß Deines 60. Geburtstages gewidmet wird, ist als Zufall anzusehen. Bewußt Avurde jedoch der Inhalt für den langjährigen Herausgeber dieser Zeitschrift gestaltet. Denn es lag nahe, für Dich als einen der profiUertesten Erforscher des Neolithikums von Freunden und Kollegen des In- und Auslandes Aufsätze methodischen vmd historischen Inhalts zu dieser hinsichtlich der Wirtschaftsweise so umwälzenden Epoche der Menschheitsgeschichte zu...
Lieber Hermann Behrens!
Daß es gerade der 60. Band der Jahresschrift ist, der Dir aus Anlaß Deines 60. Geburtstages gewidmet wird, ist als Zufall anzusehen. Bewußt Avurde jedoch der Inhalt für den langjährigen Herausgeber dieser Zeitschrift gestaltet. Denn es lag nahe, für Dich als einen der profiUertesten Erforscher des Neolithikums von Freunden und Kollegen des In- und Auslandes Aufsätze methodischen vmd historischen Inhalts zu dieser hinsichtlich der Wirtschaftsweise so umwälzenden Epoche der Menschheitsgeschichte zu erbitten.
über 20 Jahre hast Du nun schon, zuerst als Kustos und seit 1959 als sein Direktor, die Entwicklung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle (Saale) maßgeblich bestimmt. Als Dein langjähriger Mitarbeiter und dienstlicher Stellvertreter wünsche ich Dir, zugleich im Namen der Autoren dieser Festschrift, der Redaktionsmitglieder der Jahresschrift, der Mitarbeiter des Landesmuseums und vieler Freunde und Kollegen, Gesundheit und Schaffensfreude für die kommenden Jahre zum Nutzen unserer Wissenschaft!
Volker Toepfer
Jsdir. mittcldt. Voi'gesch. 60 S. 9-22 Halle/Saule
Das Neolithikum Europas als ein Ganzes Von Leo S. K 1 e j ii, Leningrad
Aus der ur- und frühgescliichlliohcn Entwicklung dns Neolithikum und die frühe Melallzoit herauszugreifen, erschien uns darum wichtig, weil mit diesen l)eiden Perioden zwei Marksteine in der Mensclilieilsgeschichte ¦\'crknüpft sind . Mit dem Raum der Alten Welt bewegten wir uns in einem maximalen Verbreitungsgebiet
(Behrens 196/1, 77)
1. Fragestellung und Begriffsanalyse
In den zusammenfassenden Arbeiten und Lehrbüchern der Archäologie ist liiswoilcn vom Neolithikum Europas die Rede. Dabei wird angenommen, es handle sich um eine reale Erscheinung, die als besonderer Forschungsgegenstand dienen kann. Sic wird darüber hinaus als ein gewisses Ganzes angesehen, das als Basis für die Bewertung der Rolle und Bedeutung ihi er Bestandteile herangezogen werden kann. So sohricb P i g -g o 11 (1961) in einem .Aufsatz „Die britischen neolithischen Kultui'cn in iliioni kontinentalen Zusammenhang" folgendes: „Die Britischen Inseln sind wegen ihrer geographisclien Zwischenstellung zwischen den Welten der Vorgeschichte West- und Mitteleuropas für die Erforschung der Kulturen des europäischen Neolithikums als eines Ganzen \'on Bedeutung, da in ihnen die Überkreuzung von Ti'a(htionen auftreten kann, die an anderen Stellen wenig miteinander in Kontakt traten, falls sie es überhaupt taten." Füi' Piggott ist das „Neolithikum Europas" ein Ganzes. Inwieweit trifft das aber tatsächlich zu? Ist nicht die Aussonderung des Neolithikums eher eine Annäherung, die der leichteren Bearbeitung des !Materials in der üblich gewordenen Forschungspraktik dient und die nur durch Gewohnheit und angesichts ihrer l'nschürfc verständlich wird?
Das Problem ist kompliziert. Nicht nur die Grenzen, der Umfang, sondern auch die Existenzberechtigung beider Begriffe, die Bestandteile der Bezeichnung und der Definition dieses Gegenstandes — sowohl des Begriffs „Neolithikum" als auch des Begriffs „Europa" — sind nicht allgemein anerkannt und nicht unbestritten. Jedenfalls handelt es sich um keine eindeutigen Begriffe.
Europa ist eigentlich kein selbständiger Kontinent. Es ist eine große Halbinsel, die vom gewaltigen Festland Eurasiens im Westen herausragt, und die Grenzziehung ist weitgehend willkürlich. Bekanntlich wurde
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Cím: Jahresschrift für Mitteldeutsche Vorgeschichte Band 60 [antikvár]
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