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ZUR EINFÜHRUNG
Zur Zeit, als der Maler Shunsho durch seine Schauspielerbilder berühmt wurde, hatte der Vielfarbenholzschnitt in Japan mit dem Künstler Harunobu die höchste Vollendung erreicht, und es gab in Edo, dem heutigen Tokyo, wohl kaum einen Maler, der sich neben der Tuschmalerei nicht auch in der neuen Kunst des Vielfarbenholzschnittes versucht hätte. Die Anfänge des Farbholzschnittes lagen freilich schon ein Jahrhundert zurück, und der Schwarzweiss-Holzdruck konnte gar auf eine tausendjährige Tradition zurückblicken.
Die Kunstgattung, der sich der Farbholzschnitt von Anfang an verschrieben hatte, war das «Ukiyo-e», das «Bild der beweglichen Welt», des Lebens, der Gegenwart, im Gegensatz zum Bild, das der hieratischen und heroischen Tradition verpflichtet war. In der neuen Kunstgattung wurde das Leben der Gegenwart, wurden Volksszenen, das Leben im Hause und auf der Strasse, berühmte Schönheiten und Kurtisanen, Schauspieler, Ringer, Dichter, Kriegshelden und die engere und weitere Umgebung von Edo dargestellt. Im Holzschnitt pulst das leichte Herz des Volkes der Edo-Zeit und die gesunde und natürliche Sinnenfreude des glücklichen Bürgers, der sich nach schweren Kriegsjahren geborgen weiss. Weder Literatur noch Geschichte wissen uns so anschaulich von Freude und Leid, vom Geniessen und Entbehren jener Tage zu erzählen wie die Werke der Ukiyo-Meister. Als schliesshch nach zweihundertjährigem Bestehen die Edo-Zeit sich dem Untergang zuneigte, da zeigte auch der Holzschnitt den Beginn eines inneren Zerfalls, der nicht mehr aufzuhalten war.
Das Schauspielerbild wurde von der Sippe der Torii geschaffen. Ihr erster Meister, Torii Kiyonobu, gründete eine eigene Schule, die vor allem das Theater mit Reklame und Schauspielerbildern versorgte. Diese Spezialgraphik für das
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