Bővebb ismertető
GeographischeEntfernungen spielen auf unseremErdball heute kaum noch eine Rolle. Trotzdem: Von Japan, dem Land, das sich selbst Nippon nennt, trennen uns nach wie vor Welten. Denn da ist die Kluft, die zwischen uns liegt, tief und unüberbrückbar, die Klufl zwischen zwei grundsátzlich verschiedenen sozialgeschichtlichen Epochen der Menschheit. Da sind aber auch die eigenartigen Traditionen, zu denen wir oft nur sehr schwer einen Zugang finden, da sind die vielgestaltigen, fremd anmutenden kulturellen Leistungen, die sich auf sie gründen, die anderen Denkund Verhaltensweisen, die von ihnen geprágt wurden. Und da hángt uns selbst wohl mehr unbewufit als bewufít noch immer ein Stück von jenem exotisch-romantischen Japanschleier an, den einst ein sogenanntes Bildungsbürgertum webte. Fadenscheinig und brüchig ist dieser Schleier zwar schon lángst, und doch versperrt er auch heute noch bisweilen den Blick für die Wirklichkeit des fernöstlíchen Insellandes. Leicht und mitunter leichtfertig werden eng begrenzte Ausschnitte für die gesamte gesellschaflliche Wirklichkeit, werden Teile für das Ganzé, schlimmer noch, werden standig wiederholte Halbwahrheiten für Wahrheiten genommen. Im spáten 19. und frühen 20. Jahrhundert begeisterten sich Künstler wie Manet, Monet und Degas, wie van Gogh, Gauguin, Toulouse-Lautrec und viele andere für den japanischen Farbholzschnitt des ausgehenden 18. und der ersten Hálfle des 19. Jahrhunderts und liefien sich von ihm inspirieren. Seither meint man Ín Európa, wenn man von japanischer Kunst spricht, mehr oder weniger ausschliefilich die Bildnisse schöner Frauen eines Utamaro oder die Landschaftsdrucke eines Hokusai und eines Hiroshige. Der Farbholzschnitt wurde zum MaCstab für japanische Kunst schlechthin. Dabei ist er doch nur ein kleiner, wenn auch gewifí kein geringer Teil japanischen Kunstschaffens; eben jener Teil, der von seinen materiellen Voraussetzungen ebenso wie von seinem Inhalt her am leichtesten zugánglich war und ist. Die japanische Kunst indessen ist reicher, unendlích viel reicher. Nur selten bietet sich auch in Japan selbst - im Ausland so gut wie nie - die Gelegenheit, diesen ganzen Reichtum zu erieben. Vieles, allzu vieles befindet sich in privater Hand und im Besitz von buddhistischen Tempeln. 7