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>Ich möchte was darum geben, genau zu wissen, für wen eigentlich die Taten getan worden sind, von denen man öffentlich sagt, sie wären für das Vaterland getan worden.<
Lichtenberg
Vor wenigen Minuten wurde auf Poenichen ein Kind geboren. Es kniff die Augen fest zu, als wäre ihm das Licht der Morgensonne zu grell, und war nicht einmal durch leichte Schläge auf das Hinterteil zum Schreien zu bringen. Aber: Es bewegte sich, atmete, lebte. Die Hebamme hatte die Länge: 42 Zentimeter, mit Hilfe der Küchenwaage auch das Gewicht: 2450 Gramm, festgestellt und zusammen mit dem Datum, dem 8. August 1918, und der Uhrzeit: 7 Uhr 30, auf dem Formular eingetragen, und nun lag das Kind gewindelt und mit blauem Jäckchen und Mützchen bekleidet in den blaugestickten Kissen der Quindtschen Familienwiege und schlief.
Die Mutter des Kindes, Vera von Quindt geborene von Ja-dow, für zwei Wochen eine Wöchnerin und dann nie wieder, hatte darauf bestanden, daß ihr Kind - zum Zeitpunkt dieser Abmachung allerdings nicht einmal gezeugt - in der Charité zur Welt kommen sollte, wo ein junger unterschenkelamputierter Arzt in der Entbindungsstation arbeitete, einer ihrer Bewunderer, aber als Ehemann nicht geeignet: bürgerlich und ohne Aussicht auf eine baldige Niederlassung in einer guten Wohngegend des Berliner Westens. Aus begreiflichen Gründen war von ihm nicht die Rede gewesen, als diese Abmachung getroffen wurde. Die Erinnerung an den Steckrübenwinter und eine erneute Herabsetzung der Lebensmittelrationen hatten die junge Berlinerin ein pommersches Rittergut mit anderen Augen sehen lassen. Sie war 24 Jahre alt, dunkelhaarig, hübsch, aber unvermögend, und ihre Tänzer waren an der Somme und Marne gefallen, >reihenweise<, wie ihre Mutter zu sagen pflegte. Vera von Jadow hatte unter diesen Umständen und einer Reihe von Bedingungen dem zwanzigjähri-