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Buch
Berlin-Tempelhof, kurz nach Hitlers »Machtergreifung«. Der junge Flugkapitän Markus Erdmann startet mit einer brandneuen Ju 52, um eine Flugroute nach China zu erproben. Mit an Bord sind der Funkmaschinist Klaus Steger, der Meteorologe Dr. Finger und ein Russe,
der rätselhafte Michail Sergejewitsch. Über Königsberg, Moskau, Semipalatinsk geht es China entgegen, doch als sich die Ju 52 der Gobi nähert, geschieht das Entsetzliche: Die Maschine stürzt in einem Gebirge am Rande der Wüste ab. Nur Markus Erdmann überlebt. Nach einem endlosen Kampf mit der Wildnis, nach Gefangenschaft und Flucht in dem von Kriegswirren
erfüllten China wird er auf wunderbare Weise gerettet. Eingebettet in die aktionsreiche, fesselnde Handlung ist die Leidenschaft Markus Erdmanns für seine verwöhnte, extravagante Frau Alva und seine beginnende zarte Liebe zu Jadscha, der schicksalhaft in sein Leben tretenden Schwester Michail Sergejewitschs.
Flugkapitän Erdmann begriff seine Frau nicht mehr. Seit drei Jahren waren sie verheiratet, sehr glücklich verheiratet. Außer kleinen Meinungsverschiedenheiten hatte es zwischen ihnen nie eine echte Auseinandersetzung gegeben. Und ausgerechnet an diesem Morgen, da er zum ersten Streckenerkundungsflug nach Peking starten sollte, erklärte sie ihm, kaum daß er am Frühstückstisch Platz genommen hatte, in der Nacht durch einen ungewöhnlichen Traum zu der Überzeugung gelangt zu sein, daß ihre Ehe über kurz oder lang in die Brüche gehen werde. Nicht etwa wegen des bevorstehenden Fluges nach China und des halbjährigen Kommandos, das er dort anzutreten habe. Der Traum habe ihr vielmehr die Richtigkeit ihrer Auffassung bestätigt, früher schon einmal gelebt zu haben. Und zwar, wie sie nun wisse, an der Seite eines wesentlich älteren Mannes, der überaus gütig gewesen sei, den sie aber schändlich betrogen und schließlich sogar von ihrem Geliebten habe umbringen lassen.
Markus Erdmann war so perplex, daß er keine Erwiderung fand. Es hatte ihn nie gestört, daß seine Frau, eine Anhängerin der Lehre des Anthroposophen Rudolf Steiner, der Meinung war, der Mensch erblicke nicht nur einmal das Licht der Welt.
Noch bevor er etwas sagen konnte, fuhr seine Frau fast aggressiv fort: »Und der Geliebte warst du!«
»Aber Alva!« ereiferte er sich. »Was ist in dich gefahren? Du kannst das doch nicht emstlich glauben. Und wenn du hundertmal davon überzeugt bist, daß es eine Wiedergeburt gibt, dies ist wohl kaum der richtige Augenblick, über Träume, Reinkarnation und dergleichen zu diskutieren. Du weißt, vor welcher nicht gerade alltäglichen Aufgabe ich stehe, und ich muß dich bitten, mich