Bővebb ismertető
I.
PERSÖNLICHE PRÄMISSEN
Fragt sich ein Mensch, wie sein Interesse auf jene Gebiete des Denkens gelenkt wurde, die in seinem Leben den wichtigsten Raum einnehmen sollten, so wird ihm eine einfache Antwort nicht leicht fallen. Brachte er von Geburt an eine Vorliebe für gewisse Fragen mit, war es der Einfluß bestimmter Lehrer oder allgemein verbreiteter Ideen, waren es persönliche Erlebnisse, die seinen späteren Interessen den Weg wiesen —, wer weiß, welche dieser Faktoren den Gang seines Lebens entschieden? Wollte man wirklich genau die relative Bedeutung aller dieser Faktoren kennen, bedürfte es nichts weniger als einer ausführlichen historischen Autobiographie, um auch nur den Versuch zu machen, hier Klarheit zu schaffen.
Da dieses Buch keinesfalls eine historische, sondern eine geistige Autobiographie zu sein beabsichtigt, will ich ein paar Erlebnisse meiner Reifezeit herausgreifen, die mein späteres Augenmerk auf die Theorien von Freud und Marx und die Beziehung zwischen den beiden lenkten.
Wenn ich zu verstehen trachte, wieso das Problem, warum Menschen auf eine ganz bestimmte Weise handeln, für mich von so überragendem Interesse war, könnte ich mich mit der Annahme bescheiden, daß ich als einziges Kind eines ängstlichen und launischen Vaters und einer zu Verstimmungen neigenden Mutter genügend Anlaß hatte, um mich mit den merkwürdigen und geheimnisvollen Gründen für menschliche Reaktionen zu beschäftigen. Aber ich entsinne mich deutlich an einen Vorfall, — ich muß etwa zwölf Jahre alt gewesen sein — der meine Gedanken weit über alle meine früheren Überlegungen hinaus anregte und ein Interesse an Freud anbahnte, das erst zehn Jahre später offen zum Ausdruck kommen sollte.