Bővebb ismertető
Es ist sinnvoll, sich Jeremia anzuvertrauen, wenn man den Propheten begegnen will. Wie kein anderer vermag er den Zugang zur propheti-schen Verkündigung und Botschaft zu eröffnen. Das mufí schon da-mals so gewesen sein, als man seine Worte aufschrieb, sie interpre-tierte, den Eindruck seiner Persönlichkeit festhielt und über sein Le-ben berichtete. Im Zeugnis des Buches, das nach ihm benannt ist, werden uns seine Gestalt und sein Wort vor allém in ihrem engen, durch den Auftrag bedingten und deshalb notwendigen Zusammen-spiel greifbar. Es gibt keine schonende oder abwehrende Distanz zwi-schen dem Botén Gottes und seiner Rede. Es ist nicht so, dafi der Sprecher Jahwes auf der einen Seite und das, was er zu sagen hat, weit entfernt auf der anderen steht. Propheten waren nicht so, daS sie hingingen und redeten, dann aber den Ausspruch abschüttelten, wie man lastigen Staub aus den Kleidern entfernt Sie waren selbst betrof-fen, gepackt, überwaltigt, erhoben oder niedergeschmettert von dem Gotteswort, das sie zu sagen hatten. Es galt Menschen, die ihnen lieb waren und nahestanden, und auch ihnen selber. Zudem war ihr per-sönliches Leben existentiell in die Verkündigung einbezogen. Bei Jeremia kann man lemen, was es bedeutet, Prophet, Bote des Herm zu sein.
Das Buch, in dem Jeremia spricht, über ihn gesprochen, seine Verkündigung festgehalten, weitergeführt und interpretiert wird, hat eine verwickelte Entstehungsgeschichte durchlaufen. Dem Leser prasen-tiert es sich in vier ungleiche Teile gegliedert: 1-25 enthalten über-wiegend Worte an das eigene Volk, 26-45 meist Erzahlungen (ab 37 über Jeremia vor, wahrend und nach der Eroberung Jerusalems 586), in die eine Sammlung von Verheifíungen 30.31 eingefügt ist; 46-51 sind Aussprüche gegen fremde Völker und 52 bildet einen geschichtli-chen Anhang (aus 2 Kön 24,8-252127"30). Schelte, Drohung, Mahnung und Verheifiung, Weisheits- und Diskussionsworte, Gebete und Kla-gen, ein Brief, Predigten sowie Erzahlungen über symbolische Hand-lungen und über Ereignisse im Leben des Propheten werden nicht in klarer Ordnung nacheinander gebracht, sondern anscheinend, beson-ders im ersten, weniger im zweiten Teil, in bunter Folge. Zwar wird das Ganzé nach der Überschrift (l1-3) mit dem Berufungsbericht (l4-19) eröffnet, aber eine fortlaufende chronologische Anordnung des Stoffes wird nicht eingehalten. Eine sachlich-inhaltliche Disposition ist sicherlich erkennbar. Doch auch hier steht Zusammengehörendes nicht immer beieinander. So bringt, um nur auf das Auffallendste hin-zuweisen, der Abschnitt 25I5~38 die Einleitung zu den Völkersprüchen, die aber erst 46-51 folgen. G hat hier die erwartete Reihenfolge; sie bietet die Aussprüche gegen die fremden Völker im Anschlufi an 25. Ihr Text ist im Vergleich zum M um V» kürzer, weniger durch be-