Bővebb ismertető
VORWORT
ziel und methode
Es gibt unübersehbar viele Bücher über Jesus, wissenschaftliche und unwissenschaftliche. Ich meine, es wird nie zu viele geben. Die hier vorgelegte Darstellung versucht ein wissenschaftliches Konzept durchzuführen und damit allén an theologischen Fragen Interessierten einen konkrétén Dienst anzubieten. Ihr Titel ver-steht sich unter der Voraussetzung des methodischen Anliegens, wie es vor allém in der Vortragsreihe „Der Weg zu Jesus - Der Verkünder und der Verkündigte" (in: „Die Frage nach Jesus", herausgegeben von A. Paus, Verlag Styria, Graz-Wien-Köln 1973, S. 69-149) eingehender formuliert worden ist. Heute ernstzunehmende Jesusdarstellungen bemühen sich vor allém um die Frage, tver und wie denn Jesus „wirklich" war. Seit H. S. Reimarus (f 1768) bedienen sich Forschung und Aus-wertung der Forschung vor allém der Methoden und Prinzipien kritischer Aussonderung und Reduktiom. Man sieht klar, dal? zwischen Ereignis und Bericht darüber zu unterscheiden ist. Die Berichte (über Worte oder Vorgánge) werden auf gröSere oder geringere Wahrscheinlichkeit der Ubereinstimmung mit den Er-eignissen hin untersucht und beurteilt. Dabei spielen Altér und Charakter der vorhandenen Quellen eine entscheidende Rolle. Für die Jesusüberlieferung ist bekanntlich bezeichnend, dafi es keinerlei glaubwürdig von Jesus selbst verfaSte schriftliche Do-kumente gibt. Unter den Forscherni besteht relatíve Einhelligkeit in der Beurteilung des skizzierten Sachverhaltes im ganzen, viel weniger in der konkrétén Anwendung. Der deutlich differen-zierte Charakter und angebotene Wahrscheinlichkeitswert ver-schiedener Jesusbücher aus der gleichen Schule demonstrieren es unübersehbar.
Das ándert nichts daran, daí? die genannten Prinzipien wissen-schaftlich unverzichtbar sind. Traditionsgeschichtlich, formen-geschichtlich, redaktionsgeschichtlich muS weitergearbeitet werden. Literarische und linguistische Untersuchungen können kor-rigierend, aber auch weiterführend wirken. Wenn sich die Quel-lenlage oder unsere methodischen Einsichten nicht radikal ándern, wird man z. B. nie mehr ein verantwortbares „Leben