Bővebb ismertető
VorwortMit der vorliegenden Veröffentlichung wird der Bedeutung eines Mannes gedacht, der noch heute, nach rund dreihundert Jahren, als eine der bekanntesten und wohl auch bedeutendsten Persönlichkeiten der neueren Glasgeschichte gilt, des Chemikers und Glasmachers Johann Kunckel. Seine grofíe, bis in die Gegenwart reichende Popularitát ist wohl vor allém darauf zurückzuführen, dafi er lange Zeit hindurch als der eigentliche Erfinder des im Barock so geschátzten und auch geheimnisumwitterten Goldrubinglases galt. In dieser Hinsicht ist er nur noch mit Johann Friedrich Böttger zu vergleichen, dem legendáren Erfinder des europáischen Hartporzellans. Lángst konnte die Kunstwissenschaft aber den Nachweis erbringen, dafí zur gleichen Zeit etwa, als Johann Kunckel in seiner Glashütte auf dem Hakendamm bei Potsdam und in seinem Laboratórium auf der Pfaueninsel ein leuchtend rotes Glas durch den Zusatz von Gold zu schmelzen verstand, auch in süddeutschen Hütten in München, Geising und anderswo Goldru-binglas hergestellt wurde.Diese Erkenntnis aber schmálert keineswegs das grofíe Verdienst Johann Kunckels, zumal die Entdeckung der chemischen Grundlage des Rubingla-ses, der Goldniederschlag auf Zinn, dem Hamburger Arzt Dr. Andreas Cassius als erstem gelungen war. Diese wichtige Erfindung stand im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts allén experimentierfreudigen und chemisch interessierten Glasmachern zur Verfügung, so dafí die praktische und hüttenmáSige Auswertung auch nicht mehr das Geheimnis eines einzelnen bleiben konnte. Im Gegensatz zu allén anderen Glasmachern dieser Zeit gebührt Johann Kunckel das Verdienst, die praktische Verwirklichung dieses Gedankens auf der Grundlage seiner ihm eigenen Begabung und seiner hervorragenden naturwissenschaftlichen Kenntnisse experimentell so weit 5